Der 1. FC Union Berlin bleibt bei seiner Eichhörnchen-Taktik. Mit dem1:1 in der heimischen Alten Försterei gegen die TSG Hoffenheim bleibt der 34. Punkt in Köpenick. Hier die Partie im Check.

Die Lage

Union kann auf seine Heimstärke setzen, seit zehn Partien ist das Team in der Alten Försterei ungeschlagen. Mit dem 1:0 in Freiburg am vergangenen Wochenende ging zudem eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg zu Ende. „Es wäre ein weiterer Schritt zum Ziel, das müssen wir im Kopf haben“, sagte Trainer Urs Fischer. Heißt Klassenerhalt. Am Ende war es mit dem 1:1 ein kleiner Schritt.

Die Vorgeschichte

Er ist wieder da. In der Woche vor der Partie gegen Hoffenheim ging es bei Union fast ausschließlich darum, ob Max Kruse wieder auf dem Rasen steht im Union-Trikot. Der Blick auf die Aufstellung offenbarte, nach zwölf Wochen Verletzungspause gab er sein Comeback. Der 32-jährige Ex-Nationalspieler stand sogar in der Startelf – aus gutem Grund. „Es ist wichtig, dass er von Beginn an spielt. Was ihm fehlt, sind Minuten“, sagte Fischer vor dem Anpfiff. Und Hoffenheim ist der Lieblingsgegner von Max Kruse. Ihm gelangen mit sechs Vereinen acht Tore und sieben Vorlagen gegen Hoffenheim.

Die Tore:

1:0 (9.) Max Kruse, nachdem Hoffenheims Grillitsch Union-Kapitän Christopher Trimmel im Strafraum umsenste, trifft der Torjäger per Elfmeter.
1:1 (29.) Nico Schlotterbeck (Eigentor), bugsiert den Ball nach Flanke von Kramaric unter Bedrängnis über die Linie.

Die Startelf und Taktik

Neben Kruse löste Union-Trainer Fischer in seinem 3-2-2-1-2-System zwei weitere Fragezeichen auf. Loris Karius steht weiter im Tor der Berliner. Stamm-Schlussmann Andreas Luthe ist nach Knieproblemen im Training nicht rechtzeitig fit geworden. Dies hat dagegen Christopher Lenz geschafft, dessen muskuläre Probleme einem Einsatz nicht mehr im Weg standen.
Bei der TSG kehrte Stürmer Andrej Kramaric in die Startelf und das 3-4-1-2-System von Trainer Sebastian Hoeneß zurück. Der Kroate hatte nach einer Auszeit wegen einer Knöchelverletzung zuletzt nur zwei Teilzeiteinsätze bestritten.

So lief die Partie

Im Kühlschrank Alte Försterei legte Union engagiert los und Kruse durfte gleich den ersten Höhepunkt mit seinem verwandelten Elfmeter setzen. Weil die Gäste aber dagegen hielten, und durch Ilhas Bebou und Christopher Baumgartner gute Möglichkeiten hatten, entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, in der die Hoffenheimer zwar mit Unterstützung von Lenz und dem zu zögerlichen Karius und unglücklichen Nico Schlotterbeck, aber doch völlig verdient ausglichen. Die Kraichgauer blieben spielbestimmend, weil Union Schwächen zeigte. Die Stürmer Kruse und Pohjanpalo standen zahlreiche Male im Abseits und hingen in der Luft, weil die Lücke zum Rest des zu tief stehenden Teams zu groß wirkte. Tempo über die Seite gab es ebenso wenig. Da Trimmel und Lenz von den flinken Hoffenheimern wie John gebunden waren.
Nach der Pause versuchte Fischer, mit Marius Bülter mehr offensive Kraft über die Flügel zu entwickeln. Es gelang leidlich, immerhin stabilisierte sich das Spiel der Köpenicker, die Partie blieb aber bis zum Ende sehr zerfahren. Von einer verpassten Kopfball-Chance von Pohjanpalo abgesehen, entwickelten die Unioner kaum Torgefahr. Ein Glück, dass es bei den Hoffenheimern ähnlich war und ein Tor von Pavel Kadarabek kurz vor Schluss nach Videobeweis wegen Abseits nicht anerkannt wurde.

Die Stimmen

„Es war nicht unser bestes Spiel, wir hatten zu wenig Tiefe. In der zweiten Hölfte war es besser, aber nach den Hoffenheimer Chance muss man sagen, dass der Punkt glücklich, aber wichtig ist.“ (Urs Fischer, Trainer 1. FC Union Berlin)
„Nach dem Ausgleich waren wir aber zu passiv, da hätten wir offensiver nach vorne verteidigen müssen. So ist es am Ende ein gerechtes Remis“ (Christopher Trimmel, 1. FC Union)
„Wir haben nach dem Europapokal-Aus eine gute Reaktion gezeigt. Das war wichtig. Am Ende war sicher mehr drin.“ (Sebastian Hoeneß, Trainer TSG Hoffenheim)

Die Statistik

Union Berlin – TSG Hoffenheim 1:1 (1:1)
Union Berlin: Karius - M. Friedrich, Knoche, N. Schlotterbeck – Prömel (64. Gentner, Andrich - Trimmel, Lenz (46. Bülter) – Ingvartsen – Kruse (74. Kruse), Pohjanpalo (64. Musa)
TSG Hoffenheim: Baumann - Vogt, Grillitsch, Richards - Kaderabek, Rudy, Samassékou, John (67. Sessegnon) - Baumgartner - Bebou (90. Adamyan), Kramaric (90. Dabbur)
Tore. 1:0 Kruse, Foulelfmeter (9.), 1:1 N. Schlotterbeck (29., Eigentor) – Schiedsrichter: Stieler (Hamburg) - Zuschauer: keine

So geht es weiter

Für die Unioner steht erst am Sonntag um 18 Uhr die Auswärtsaufgabe beim Aufsteiger Arminia Bielefeld auf dem Programm, während die Hoffenheimer bereits am Sonnabend um 15.30 Uhr Borussia Mönchengladbach empfangen.