Hertha BSC wendet in der Fußball-Bundesliga die Eichhörnchen-Taktik an. Gegen die allerdings lange Zeit dezimierte Borussia aus Mönchengladbach holten die Berliner am 10. April beim 2:2 im Olympiastadion einen Punkt für den Klassenerhalt. Hier die Partie im Check:

Die Lage

Hertha hat vor dem 28. Spieltag nach vier Punkten aus den vergangenen beiden Partien nur zwei Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone, für die taumelnden Gladbacher geht es hingegen noch um die Qualifikation für den Europapokal. Immerhin hat der Hauptstadtclub die vergangenen beiden Heimspiele gewonnen und befindet sich in einem leichten Aufwärtstrend.

Die Vorgeschichte

Die Partie im Olympiastadion wird zum Treffen mit der Vergangenheit. Valentino Lazaro spielte von 2017 bis 2019 für die Hertha und erzielte in 57 Bundesliga-Spielen fünf Tore. „Berlin ist aktuell eine kleine Wundertüte. Es hat qualitativ sehr gute Einzelspieler, bringt diese Qualität als Mannschaft in dieser Saison aber nicht oft auf den Platz“, sagte der 25-Jährige in einem Interview auf der Internetseite der Borussia. Allerdings saß der Österreicher zu Beginn noch auf der Bank, kam erst nach einer Stunde aufs Feld.. Kleine Zahlenspiele nebenbei: Während die Hertha ihren 1800. Bundesliga-Treffer erzielen könnte, bestreiten die Gladbacher ihr 1800. Bundesliga-Spiel -.

Die Tore

1:0 (23.) Santiago Ascacibar, zirkelt den Ball aus 20 Metern ins rechte obere Toreck
1:1 (28.) Alassane Plea, läuft Maximilian Mittelstädt und Marton Dardai nach Pass in die Tiefe von Marcus Thuram davon und schiebt den Ball ein ins entfernte Eck.
1:2 (39.) Lars Stindl, verwandelt einen von Niklas Stark an Thuram verursachten Foulelfmeter.
2:2 (50.) John Cordoba, verwertet per Grätsche eine Eingabe von rechts von Matheus Cunha.

Die Startelf und Taktik

Lucas Tousart und Vladimir Darida fehlen der Hertha gesperrt. Sami Khedira, der im Stadtderby beim 1. FC Union (1:1) eingewechselt worden war, saß zunächst auf der Bank. Dafür war Marton Dardai wieder fit. Der 19-jährige rückte für Jordan Torunarigha, mit dem Trainer-Vater Pal Dardai beim Derby gegen Union „nicht zufrieden“ war in die Elf und bildet mit Niklas Stark die Innenverteidigung. Santiago Ascacibar, den Trainer Dardai als „Balleroberer und deshalb wichtig für unser Umschaltspiel bezeichnete und gegen den unter der Woche ein DFB-Verfahren wegen Beleidigung eingeleitet und schnell wieder geschlossen worden war, beginnt ebenfalls im 3-4-3-System der Hauptstädter.
Bei den Gästen vom Niederrhein, die weiter auf Nationalspieler Jonas Hofmann (Corona-Quarantäne) verzichten müssen, starten im Vergleich zum 2:1 gegen den SC Freiburg im 3-4-1-2-System Rami Bensebaini und Denis Zakaria für Jordan Beyer und Hannes Wolf, die beide auf der Bank sitzen.

So lief die Partie

Der Druck, der auf beiden Seiten lastete, war von Beginn an zu spüren. Doch auf die Abtastphase folgte der erste Aufreger. Nach einem langen Ball von Marton Dardai war John Cordoba schneller am Ball als Gladbachs Torwart Yann Sommer, der den Hertha-Stürmer zu Fall brachte. Sommer sah Rot und die Gäste vom Niederrhein agierten fortan zu Zehnt. Es blieb turbulent mit hohem Unterhaltungswert: Und alles lief zunächst für Hertha. Das Team nutzte die Überzahl schnell, hätte durch Cordoba nachlegen können. Doch dann kroch die Angst wieder in die Berliner Glieder. Plea nutzte seine Schnelligkeitsvorteile aus zum 1:1. Hertha blieb zu passiv, zog sich zu weit zurück und ließ die dezimierten Gäste ungestört kombinieren, auch vor dem Foul, dem der Elfmeter zum Rückstand entsprang.
Trainer Dardai reagierte und mit dem neuen Offensivtrio lief es besser, vor allem Radonjics Dribblings und Flanken von rechts sorgten für Gefahr. Auch das erst nach Videobeweis anerkannte 2:2 wurde über diese Seite initiiert. Die Berliner bleiben nun dran, agierten selbstbewusster nach vorn, vergaben aber durch Guendouzi, Piatek und Cordoba kurz vor Schluss Möglichkeiten zum Sieg.

Die Stimmen

„Als das 1:0 fiel, waren wir schon gefrustet, weil mit elf Mann das Spiel anders gelaufen wäre. Wir hatten einen guten Plan, aber standen dann tief und machten doch zwei Tore. Hertha war nicht sicher in Überzahl. Hier war mehr drin.“ (Christoph Kramer, Borussia Mönchengladbach)
„Jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß, dass wir den Sieg brauchten. Darauf haben wir gespielt und vor allem in der zweiten Halbzeit viel Druck gemacht, zum Schluss wollte der Ball leider nicht rein. Schade, dass wir den Sieg nicht erreicht haben. Wir müssen Vollgas geben und gegen Mainz gewinnen.“ (Niklas Stark, Kapitän Hertha BSC)

Die Statistik

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 2:2 (1:2)
Hertha: Schwolow - Klünter, N. Stark, M. Dardai – Zeefuik (46. Radonjic), Ascacibar (60. Khedira), Guendouzi, Mittelstädt (46. Plattenhardt)- Lukebakio (46. Piatek), Cordoba, Matheus Cunha
Mönchengladbach: Sommer - Ginter, Zakaria, Wendt (17. Sippel) - Lainer, C. Kramer, Neuhaus, Bensebaini (76. Herrmann)- Stindl - Pléa, Thuram (77. Embolo)
Tore: 1:0 Ascacibar (23.), 1:1 Plea (27.), 1:2 Stindl (39.), Foulelfmeter, 2:2 Cordoba (50.) - Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg) – Rote Karte: Sommer (13./Gladbach/Notbremse) - Zuschauer: keine

So geht es weiter

Am Sonntag, den 18. April, tritt Hertha BSC um 18 Uhr zum wichtigen Kellerduell beim FSV Mainz 05 an. Die Gladbacher empfangen bereits am Sonnabend um 15.30 Uhr Eintracht Frankfurt.