Die gute Nachricht für alle Fans von Hertha BSC gleich vorneweg. Die Statistik der Berliner gegen den Gegner am Sonnabend in der Fußball-Bundesliga ist positiv. Und ein Sieg gegen den FC Augsburg ist angesichts der bedrohlichen Lage im Tabellenkeller auch zwingend notwendig. Oder in den Worten von Hertha-Trainer Pal Dardai: „Das ist ein Muss-Spiel.“ Es muss also gewonnen werden.

Arne Friedrich: „Irgendwann wird der Knoten platzen“

Allerdings wollen die Verantwortlichen den Druck auf die Mannschaft wohl nicht ins Unermessliche steigen lassen. Sportdirektor Arne Friedrich jedenfalls schwächt gleich einmal ab. „Wir müssen gegen Teams wie Augsburg gewinnen. einfach diese drei Punkte holen, aber wenn es nicht gelingt, ist die Saison noch nicht entschieden. Irgendwann wird der Knoten platzen“, sagt der 41-Jährige.

Starke Hertha-Bilanz gegen Augsburg

Die Zahlen sprechen indes für die Hertha, die mit Kapitän Dedryck Boyata, Sami Khedira, Matheus Cunha und Nemanja Radonjic auf ein prominentes Quartett wegen muskulärer Probleme verzichten muss. Von 17 Duellen in der höchsten deutschen Spielklasse haben die Charlottenburger gegen Augsburg sechs gewonnen, acht-mal Remis gespielt und nur dreimal verloren. Von Statistiken und Zahlen ist Dardai selbst allerdings nur wenig angetan. „Ich kann damit nichts anfangen. Fußball ist für mich immer der nächste Pass.“

Dardai zieht mit Röber gleich

Und auch, dass er bei der Partie gegen Augsburg zum 157. Mal als Hertha-Coach amtiert und damit zu Jürgen Röber auf Rang 2 aufschließt, der die Berliner Ende des vergangenen Jahrhunderts in die Champions League führte ist für Dardai weniger wichtig. „Es ist eine schöne Zahl, aber was hinter mir liegt, vergesse ich. Ich habe schon vergessen, was ich gefrühstückt habe. Ich habe gelernt nach vorne zu schauen, nicht nach hinten. Ich liebe diesen Verein und diese Stadt sowie meine und die blau-weiße Familie.“ Hertha-Rekordtrainer in der Bundesliga ist im Übrigen Helmut Kronsbein (1966-74) mit 212 Spielen.
Und doch hat Pal Dardai gute Erinnerungen an ein Spiel vor sechs Jahren. Es war der erste Heimsieg in der Bundesliga für ihn als Hertha-Trainer – gegen den FC Augsburg. „Ich habe bestimmt den Hintern zusammengekniffen und gedacht, wann schießen wir das erste Tor“, erinnert sich der Ungar. Salomon Kalou traf damals in der 88. Minute zum 1:0-Siegtor. Durch das erste Heimtor seit 414 Spielminuten fuhren die Hauptstädter den ersten Heimsieg nach 77 Tagen ein.

Doppelspitze Piatek-Cordoba

Ganz so schlimm ist die Torflaute derzeit zwar nicht, aber nur ein Tor in Stuttgart (1:1) in den vergangenen vier Spielen reicht nicht, um dem Abstiegsgespenst zu entrinnen. Deshalb wird Dardai eine Doppelspitze gegen die Fuggerstädter aufbieten. „Die erste Idee ist die beste. Wenn alle gesund sind, dann lassen wir beide spielen“, sagt Dardai. Und meint damit Krzysztof Piatek und Jhon Cordoba. Der Kolumbianer hat seine Stärken im Ballhalten und -klatschen, der Pole ist für Dardai ein echter Knipser, hat es nur noch nicht ausreichend bewiesen. „Ich habe ein gutes Gefühl, wenn auch noch gute Flanken in den Strafraum kommen“, sagt Dardai beim Gedanken an das Duo.
Und Arne Friedrich bricht eine Lanze für den von außen oft lethargisch wirkenden Piatek. „Er haut sich rein, auch im Training. Das ist genau, was wir im Moment brauchen. Den absoluten Willen, die Überzeugung, über den Schmerz hinauszugehen.“ Wenn dies alle Spieler gegen Augsburg ähnlich beherzigen, besteht Hoffnung, dass der Hertha nach zuletzt neun sieglosen Spielen im zehnten Anlauf wieder ein Dreier gelingt.