Einen Stürmer wie Sebastian Andersson würde sich Urs Fischer im Moment insgeheim wünschen. In der vergangenen Saison erzielte der Schwede noch zwölf Treffer im Trikot des vom Schweizer trainierten 1. FC Union Berlin und half den Eisernen im ersten Jahr in der Fußball-Bundesliga den Klassenerhalt zu sichern. Nach der Spielzeit verkauften die Berliner den Angreifer für rund 6,5 Millionen Euro an den 1. FC Köln, der am Sonnabend zum Spiel in der Alten Försterei aufkreuzt.

Union-Trainer Fischer verfolgt Anderssons Weg

Ob Andersson dann gegen die alten Kollegen antritt, ist ungewiss, da der 29-Jährige gerade erst wieder von einer Verletzung genesen ist. Köln Coach Markus Gisdol wollte sich dazu aus taktischen Gründen nicht so genau äußern. „Ich gebe da keine Prognose ab.“ Es ist allerdings nach einer längeren Knie-Verletzung kaum vorstellbar. Union-Trainer Fischer ist da sicher im Bilde, denn er sagt: „Ich verfolge Spieler, die uns verlassen haben. Er ist ja auf dem Weg zurück.“

Kruse und Awoniyi ersetzen Andersson

Die Sorge vor der Saison, dass der Weggang des Schweden ein großes Loch in den Angriff der Köpenicker reißen würde, hat sich ja sowieso nicht bewahrheitet. Mit Max Kruse (sieben Tore) und Taiwo Awoniyi (fünf) wurde adäquater Ersatz geholt, auch wenn der Nigerianer, von FC Liverpool ausgeliehen, wie auch Niko Gießelmann, Christopher Lenz, Sheraldo Becker und Anthony Ujah am Sonnabend verletzungsbedingt fehlt. Warum Fischer aber den Eingangswunsch nach einem treffsicheren Mann wie Andersson habe könnte, liegt an der relativen Torflaute, die bei den Unionern herrscht. Und alles auf den Schultern des langsam in Form kommenden Max Kruse abzuladen, hält der Coach für falsch.
Viele Wochen habe sein Team auch ohne Kruse Treffer-Möglichkeiten erarbeitet und Tore gemacht. „Es fehlt jetzt“, betonte Fischer, „an der Effizienz“. Einem Attribut, das die Unioner in der ersten Saisonhälfte noch in überschäumendem Maße besaßen. Um dieses Selbstvertrauen wieder zu gewinnen, tat der Coach in dieser Woche im Training vor allem eines: „Wir haben viele Gespräche geführt und Abschlussübungen gemacht.“

Im Hinspiel in Köln trafen Kruse und Awoniyi

Gegen den 1. FC Köln könnte dies alles schon aus statistischen Erwägungen erfolgreich sein. Die Rheinländer sind in der noch jungen Bundesliga-Geschichte der Eisernen einer der Lieblingsgegner. Das heißt, in den drei bisherigen Partien gegeneinander hat der 1. FC Union dreimal gewonnen. Zuletzt im Saison-Hinspiel in Köln durch Tore von Kruse und Awoniyi mit 2:1. Sebastian Andersson war damals von den alten Kollegen abgemeldet wurden, danach folgten die Knieprobleme. Jene, die in seine Fußstapfen getreten sind, sind nun gefordert. Neben Kruse könnte das auch der Japaner Keita Endo sein, der vergangenen Sonntag in Bielefeld stark spielte, aber Großchancen vergab. Gegen Köln könnte er ja treffen. Geübt haben sie schließlich in der Wuhlheide.