Mehr als 1000 Menschen aus linken und linksradikalen Gruppen haben nach Angaben der Polizei in Berlin zum Gedenken an die Ermordung der Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Jahr 1919 demonstriert. Sie zogen am Sonntagvormittag mit Fahnen, Transparenten und Sprechchören vom Frankfurter Tor in Friedrichshain zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Friedhof Friedrichsfelde in Lichtenberg.

Rangeleien und auch Festnahmen

Vor Beginn kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten. Einige Böller wurden gezündet, vereinzelt warfen Demonstranten Flaschen auf die Polizei. Weil trotz mehreren Ansagen Demonstranten weiterhin verbotene Fahnen der DDR-Jugendorganisation FDJ zeigten, griffen Polizisten gewaltsam ein und entfernten die Fahnen. Bei den Rangeleien setzten Polizisten auch Pfefferspray ein und nahmen Demonstranten fest. Die genaue Zahl stand laut Polizei noch nicht fest.
Mehrfach forderte die Polizei die Teilnehmer am Anfang auf, die vorgeschriebenen Abstände zum Schutz vor Corona-Infektionen einzuhalten. Viele Demonstranten trugen zwar Masken, standen aber trotzdem dicht gedrängt beieinander. Als der Demonstrationszug loszog, wurden die Abstände größer und die Lage beruhigte sich.

Etwa 100 Linksautonome dabei

Zu sehen waren zahlreiche Fahnen der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), der Sowjetunion, der linksradikalen Antifa und von kurdischen und türkischen Organisationen. Unter den Demonstranten war auch ein Block von etwa 100 schwarz gekleideten Linksautonomen. In Sprechchören forderten Demonstranten mehr Sozialstaat, eine Revolution und die Abschaffung des Kapitalismus oder beschimpften die Polizei.
Die Polizei begleitete die Demonstration nach eigenen Angaben mit 230 Beamten. Auch mehrere „Kommunikations-Teams“ mit gelben Westen sowie Zivil-Polizisten waren dabei.

Stilles Gedenken auf 14. März verschoben

Das traditionelle jährliche stille Gedenken der Partei Die Linke wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf den 14. März verschoben. Seit Jahrzehnten legten am zweiten Sonntag im Januar Tausende Menschen und die führenden Vertreter der Partei an der Grabstätte der beiden Arbeiterführer Kränze und rote Nelken nieder. In der DDR war der jährliche Gedenkmarsch ein Ritual unter Führung der gesamten Staats- und SED-Spitze.
Luxemburg und Liebknecht wurden am 15. Januar 1919 von Freikorps-Soldaten in Berlin erschossen. Das sonst übliche jährliche stille Gedenken der Partei Die Linke auf dem Friedhof wurde in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf den 14. März verschoben. Seit Jahrzehnten legten am zweiten Sonntag im Januar Tausende Menschen und die führenden Vertreter der Partei an der Grabstätte der beiden Arbeiterführer Kränze und rote Nelken nieder. In der DDR war der jährliche Gedenkmarsch ein Ritual unter Führung der gesamten Staats- und SED-Spitze.