Auf Flüssen und Seen bilden sich bei den aktuellen Minusgraden zwar Eisdecken, doch diese sind dünner als erwartet. Das scheint einige nicht vom Schlittschuhlaufen in solchen Gewässern abzuhalten. Rettungskräfte waren am 28. Dezember davon erschrocken, wie viele Menschen sie auf dem Müggelsee in Berlin beobachteten. Sowohl die Wasserschutzpolizei als auch die Feuerwehr mussten dort samt Polizei-Hubschrauber nach einer vermissten Person suchen, wie die Polizei noch am selben Tag meldete.

Polizei warnt aus dem Hubschrauber die Menschen auf dem Müggelsee

Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass niemand im Eis eingebrochen war. Die Polizei konnte Entwarnung geben, beobachtete allerdings, wie sich weiterhin viele Menschen auf dem zugefrorenen Müggelsee tummelten.
Der Polizeihubschrauber „Pirol Berlin“ überflog nach dem Einsatz den Müggelsee mehrfach und warnte aus der Luft vor der Lebensgefahr, die derzeit noch von den Eisflächen ausgeht. Allerdings, so meldet es die Berliner Polizei, wären nur wenige der Aufforderung gefolgt.

Rettung auf dem See wird mitunter bewusst sabotiert

Hinzu kommt laut Polizei ein weiteres Problem, das die Sicherheit auf dem Eis bedroht: Üblicherweise gibt es im Winter an den Berliner Gewässern Leitern und Eisstangen zur Rettung von Personen, die ins Eis eingebrochen sind. Doch oft werden diese zerstört, gestohlen und mitunter an einem anderen Ort versteckt. Die Polizei Brandenburg warnt: „Jeder kann sich denken, dass ein Vorhandensein solcher Rettungsmittel im Ernstfall über Leben und Sterben entscheiden kann.“ Wer sich also an den Rettungsmitteln vergreift, riskiere nicht nur eine Strafanzeige, sondern nehme den Tod anderer in Kauf.
Ferner rät die Polizei davon ab, sich in den kommenden Wochen das Schlittschuhlaufen auf Seen oder Flüssen vorzunehmen. Zum Jahreswechsel soll es wieder wärmer und die Eisschicht dünner werden. Schon jetzt rechnen Rettungskräfte mit einem Anstieg der Eis-Unfälle.