Mehrere Hundert Gegendemonstranten haben sich in Berlin-Lichtenberg versammelt, um einen Aufmarsch der rechtsextremen Partei „Der 3. Weg“ zu verhindern. „Es sind vereinzelt Steine und Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Ob Polizisten oder Demonstranten verletzt wurden, war zunächst unklar. Immer wieder wurden nach Angaben des Sprechers im Bereich rund um die S-Bahnhöfe Wartenberg und Hohenschönhausen Gegenstände auf die Straße gezogen. „Hier und da wurde auch Pyrotechnik gezündet“, sagte der Sprecher. Vereinzelt wurden Demonstranten nach Polizeiangaben in Gewahrsam genommen.

Sitzblockade verhindert Demo-Start der Rechtsextremen

Auf der Seite der Rechtsextremen-Demo unter dem Motto „Ein Volk will Zukunft“ zählte die Polizei am Nachmittag eine niedrige dreistellige Teilnehmerzahl. Die Gegendemonstranten habe mit einer Sitzblockade verhindert, dass der Zug am S-Bahnhof Wartenberg starten konnte, teilte die Polizei auf Twitter mit. Eine angebotene Alternativroute habe der Veranstalter abgelehnt.
Im Vorfeld hatte unter anderem das „Berliner Bündnis gegen Rechts“ angekündigt, den Aufmarsch am Tag der Deutschen Einheit blockieren zu wollen. „Mit vielfältigem Protest und Blockaden werden wir den Nazis keinen Meter überlassen“, hieß es in der Ankündigung.

Am S-Bahnhof Wartenberg hielt kein Zug mehr

Bereits vor dem Beginn der Demonstration um 14 Uhr füllte sich der S-Bahnhof Wartenberg. Der S-Bahnhof wurde mittags wegen Überfüllung nicht mehr angefahren - die Züge hielten in Hohenschönhausen. Das teilten die Polizei und die Berliner S-Bahn auf Twitter mit.
In der Hauptstadt sind am Tag der Deutschen Einheit verschiedene Demonstrationen von Rechten, Linken und Gegnern der Corona-Maßnahmen angemeldet. Die Polizei war mit rund 2700 Polizisten im gesamten Stadtgebiet im Einsatz.