Eigentlich sollte schon längst ein Hotel unmittelbar nördlich vor dem Sechsgeschosser errichtet sein - und mit seinen sechs- beziehungsweise siebengeschossigen Seitenflügeln bis an den Altbau heranreichen, sodass beide Häuser einen Gebäudekomplex mit einem über Passagen zugänglichen Innenhof bilden würden. Der bislang freie Zugang zum Panorama-Haus mit seinen Geschäften und Cafés im Erdgeschoss wäre dann zumindest von Norden her eingeschränkt.
Ein Urteil des Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2014 hatte den Neubau am Alexanderplatz bisher verhindert. Klägerin war die Eigentümerin des Panorama-Hauses. Die Baugenehmigung für das Hotel mit Tiefgarage und 270 Zimmern an der Karl-Liebknecht-Straße wurde schon 2012 erteilt. Das OVG hat das Urteil der Vorgängerinstanz nun kassiert.
Die Klägerin hatte eingewandt, das nachbarliche Rücksichtnahmegebot sei verletzt, weil die bisher frei stehende Seite ihres Gebäudes zur Karl-Liebknecht-Straße hin abgeriegelt und der Zugang zu den dort vorhandenen Geschäften stark eingeschränkt würde. Das OVG hat eine Verletzung nachbarlicher Rechte der Klägerin aber verneint. Ihr Grundstück sei selbst fast durchgehend bis an die Grenze bebaut, begründeten die Richter. "Angesichts der Breite des Innenhofs entsteht auch keine schlechthin untragbare, als städtebaulicher Missstand zu qualifizierende Beeinträchtigung", teilte das Gericht am Dienstag mit.
Der Senat hat die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen. Allerdings hat die Klägerin die Möglichkeit, Beschwerde gegen die Nichtzulassung beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen.