Vor der Übernahme tausender Wohnungen in Berlin sichert der schwedische Investor Heimstaden Mietern Fairness und Planungssicherheit zu.
„Alle unsere deutschen Kunden können sicher sein, dass sie langfristig planen können, wenn sie eine Wohnung von Heimstaden mieten“, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. Heimstaden will 3902 Wohnungen in 130 Berliner Häusern kaufen. Eine Initiative befürchtet, dass Mieter aus ihren Wohnungen verdrängt werden.

Heimstaden schließt Eigentumswohnungen aus - für 20 Jahre

Für 2200 dieser Wohnungen, die in 82 Häusern in sogenannten Milieuschutzgebieten liegen, hat Heimstaden am Freitag mit dem Senat und den betroffenen Bezirken eine Abwendungsvereinbarung unterzeichnet. Die Schweden garantieren darin, die Mietwohnungen 20 Jahre lang nicht in Eigentumswohnungen umzuwandeln und die Milieuschutzverordnungen zu beachten. Diese sollen unter anderem sogenannte Luxusmodernisierungen verhindern. Im Gegenzug macht Berlin nicht von seinem Vorkaufsrecht für die Häuser Gebrauch.
Heimstaden sicherte auch zu, möblierte Wohnungen mit befristeten Mietverträgen in reguläre Mietverhältnisse auf unbestimmte Zeit umzuwandeln. Vorstandschef Patrick Hall sagte, man setze sich für einen guten Mieterschutz ein. Mit einem langfristigen Engagement wolle man soziale Verantwortung auf den Berliner Wohnungsmarkt übernehmen.
Insgesamt gibt Heimstaden 830 Millionen Euro für das Berliner Immobilienpaket aus, zu dem auch 208 Gewerbeeinheiten sowie Parkplätze in zentralen Lagen Berlins gehören. Die Mieteinnahmen liegen nach Unternehmensangaben bei 29 Millionen Euro im Jahr.
Heimstaden ist vor allem in Schweden, Dänemark und den Niederlanden aktiv, außerdem in Tschechien und Norwegen. Deutschland ist mit Abstand der kleinste Markt. In den ersten neun Monaten steigerte der Konzern seine Mieteinnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum rechnerisch um vier Prozent auf vergleichbarer Basis.