Die Berliner Feuerwehr hat angesichts regelmäßiger Übergriffe auf Feuerwehrleute mehr Widerstand gegen Werteverfall und Gewalttaten gefordert. „Wir müssen in der Gesellschaft ein anderes Wertesystem herstellen, um diese Fälle zu vermeiden“, sagte der Vize-Chef der Feuerwehr, Karsten Göwecke, bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. 211 Angriffe habe es im vergangenen Jahr gegeben. Alle 42 Stunden komme es zu einem Übergriff.

Pöbeleien und Übergriffe oft bei nächtlichen Einsätzen

Göwecke sagte, er werde inzwischen bereits zum Teil bedauert, wenn er erzähle, dass er bei der Feuerwehr sei. Dass Thema sei also immerhin in der Öffentlichkeit angekommen. Intern habe man bereits die Betreuung der Mitarbeiter ausgebaut und verbessert. Bekannt ist, dass Pöbeleien und Übergriffe oft von betrunkenen Schaulustigen bei nächtlichen Einsätzen ausgehen.
Die Zahl der Krankenwagenfahrten, Rettungs- und Löscheinsätze war im vergangenen Jahr auf 478.281 gestiegen. Das waren rund 14.000 oder drei Prozent mehr als im Vorjahr. Nur bei einem Bruchteil der Alarmierungen ging es um Brände (6688). Diese Zahlen waren bereits veröffentlicht worden.