Es gehe um den Verdacht einer Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, sagte Behördensprecher Martin Steltner am Freitag in Berlin. Der mutmaßliche Täter, ein 41-Jähriger, habe im Internet zu Kannibalismus recherchiert und sich auch auf einer Dating-Plattformen bewegt, wo er auch zum Opfer Kontakt gehabt habe, so Steltner. In der Wohnung des Verdächtigen seien „einschlägige Werkzeuge“ wie etwa Messer und Sägen sowie Blutspuren gefunden worden. Von einem Einverständnis des Opfers gehen die Ermittler nicht aus: Es gebe keine Hinweise auf Einvernehmlichkeit, betonte Steltner.

Hinweis eines Taxifahrers hilft Ermittlung

Das 44-jährige Opfer, ein Monteur im Hochleitungsbau, wurde seit der Nacht zum 6. September vermisst. Später wurden Knochen gefunden. Der Vermisstenfall habe dann diese tragische Wendung genommen, sagte Steltner. Auf die Spur des Verdächtigen, eines Deutschen, der Lehrer sein soll, seien die Ermittler unter anderem durch den Hinweis eines Taxifahrers gekommen.
Dieser habe Angaben zum letzten Zielort des Vermissten machen können. Letztlich hätten Mantrailer-Hunde von zwei verschiedenen Orten aus zur Wohnung des Tatverdächtigen geführt.

Erinnerung an Kannibalismus-Fall von 2001

Gegen den 41-Jährigen war bereits am Donnerstag Haftbefehl erlassen worden. Der Fall erinnert teilweise an den „Kannibalen von Rotenburg“ von 2001. Damals hatte ein Computertechniker seinem Berliner Internet-Bekannten erst den Penis abgeschnitten, ihn dann erstochen, zerlegt und später große Teile des Körpers aufgegessen. Allerdings erfolgte diese Tat auf ausdrückliches Verlangen des Opfers. Der Täter ist noch immer in Haft.