Trotz steigender Infektionszahlen sollen Weihnachtsmärkte in Berlin auch in diesem Corona-Jahr öffnen dürfen.
Die Wirtschaftsverwaltung hat dazu ein Regelwerk erarbeitet, das der Senat bei seiner Sitzung am Dienstag beraten und womöglich auch beschließen wird.

Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen

Die „Orientierungshilfe“ sieht nach Angaben eines Sprechers vom Montag unter anderem eine Maskenpflicht sowie Obergrenzen für Besucher vor, die je nach örtlichen Gegebenheiten individuell festgelegt werden sollen.
Zu den Vorgaben gehören auch eine Zugangssteuerung, eine klare Abtrennung der Gastronomiebereiche, Arbeitsschutz für Angestellte und ausreichende Desinfektionsmöglichkeiten. Wo möglich, sollen die Märkte umzäunt werden. Private Ordnungsdienste sollen die Durchsetzung der Regeln kontrollieren.

Nutzungsgebühren sollen erlassen werden

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte auf dpa-Anfrage, eine Maskenpflicht auf den Märkten sei aus ihrer Sicht sinnvoll, weil dort der nötige Mindestabstand oft nicht eingehalten werden könne. Nach den Worten ihres Sprechers macht sich die Wirtschaftsverwaltung dafür stark, den Marktbetreibern beziehungsweise Händlern angesichts der schwierigen Situation bestimmte Nutzungsgebühren zu erlassen.

Weihnachtsmarktbetreiber sehen Maskenpflicht gelassen

Die Berliner Weihnachtsmarktbetreiber haben unterdessen gelassen auf die neue Maskenpflicht-Verordnung des Berliner Senates reagiert. „Wir denken, dass die Eindämmung von COVID-19 im Interesse aller liegt und eine Maskenpflicht der weihnachtlichen Stimmung nicht entgegensteht“, sagte der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Michael Roden, der Deutschen Presse-Agentur. Der Verband veranstaltet den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Beim Herbst-Rummel im September hätten die Besucher Verständnis für die Maskenempfehlung auf dem Festgelände gezeigt, berichtete Roden. Diese war aufgrund des großen Andrangs erlassen worden.

30 Prozent weniger Mieteinnahmen

Auch der Veranstalter des Weihnachtsmarktes am Schloss Charlottenburg, Tommy Erbe, macht sich wegen der Maskenpflicht keine Sorgen. Für den Markt sei im Sommer bereits ein Hygienekonzept entwickelt worden, nach dem ein Zugang nur mit Maske möglich ist. Die größte Sorge bereite Erbe, dass die Märkte doch noch abgesagt werden. Auch sehe er sich Einnahmeausfällen gegenüber. So gebe es in diesem Jahr rund 30 Prozent weniger Mieter für die Hütten, berichtete Erbe.

Marktbetreiber froh über Eröffnungsaussichten

Laut Michael Roden sind die Schausteller froh, dass der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz trotz Ausnahmesituation nach jetzigem Stand stattfinden kann. Für den Markt wurden folgende Maßnahmen getroffen: Es soll Zugangskontrollen geben, damit die Besucherzahl nicht überschritten wird. An einzelnen Ständen soll es Handdesinfektionsmittel geben. Die Gastronomie soll größere Flächen erhalten, im Innenbereich sollen anwesende Gäste dokumentiert werden. Bodenmarkierungen und Hinweisschilder sollen dabei helfen, nötige Abstände einzuhalten.
Auf dem Markt am Schloss Charlottenburg soll es zwei Corona-Beauftragte und sechs sogenannte Corona-Hütten zum Händewaschen geben, berichtete Veranstalter Erbe. Eröffnet werden die Märkte auf dem Breitscheidplatz und am Schloss Charlottenburg am 23. November.