Bundesweit wurden 2019 in den 46 Transplantationszentren 3192 Organübertragungen durchgeführt; Deutschland profitierte damit erneut von Organspenden aus dem Ausland. Insgesamt wurden 3023 schwerkranken Patienten ein oder mehrere Organe übertragen. Im Jahr zuvor gab es in Deutschland 3264 Organtransplantationen. 2019 übermittelte die DSO 2995 gespendete Organe an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant. Dort kooperieren Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien. Das ermöglicht, die Spenderorgane einem geeigneten Empfänger zuzuordnen.
Die DSO warb erneut für die Einführung einer Widerspruchslösung in Deutschland. Sie würde die Auseinandersetzung mit der Organspende am besten fördern. Bei der derzeit gültigen Entscheidungslösung seien es mehrheitlich die Angehörigen, auf denen die Bürde laste. Eine schriftliche Willensbekundung liege derzeit nur bei 15 Prozent der möglichen Organspender vor.
Der Bundestag stimmt am Donnerstag über zwei Gesetzentwürfe ab: Bei der Widerspruchslösung geht der Staat davon aus, dass grundsätzlich jeder Bürger ein potenzieller Organspender ist – außer, er hat ausdrücklich widersprochen. Bei der erweiterten Zustimmungslösung können nur dann Organe entnommen werden, wenn die verstorbene Person einer Spende zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat.