Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat es in Berlin-Schöneberg eine laute Sprengstoffexplosion gegeben. Nur einige Straßen entfernt vom Ort der ersten Explosion knallte es am Donnerstagabend im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in der Eisackstraße. Verletzt wurde niemand, auch der Schaden hielt sich in Grenzen - dafür nahm die Polizei zwei verdächtige Männer fest, wie die Beamten am Freitag mitteilten.
Die Ermittlungen laufen demnach in alle Richtungen, insbesondere werde ein Zusammenhang zu der ersten Explosion am 20. Januar in der Fritz-Reuter-Straße geprüft. Medienberichte, wonach es sich offenbar um eine Rohrbombe handelte und die Täter aus dem linksextremen Spektrum stammen, bestätigte die Polizei nicht.

Anwohner in Schöneberg hörten Knall

Nach Angaben der Polizei hörten Anwohner am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr eine laute Detonation und riefen die Beamten. In einem Innenhof fanden diese neben den Rückständen einer Explosion eine weitere mögliche Sprengvorrichtung, die noch nicht zur Detonation gebracht worden war. Einer der Verdächtigen, ein 29-Jähriger, versuchte zu fliehen. In seiner Wohnung wurde der zweite Verdächtige, ein 27 Jahre alter Mann, von Kräften eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) festgenommen. Die anliegenden Wohnhäuser wurden für eine Stunde zur Sicherheit evakuiert.
Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehr als 60 Kräften im Einsatz. Neben den Explosionsresten wurden auch die weitere mögliche Sprengstoffvorrichtung und Chemikalien beschlagnahmt, die in der Wohnung des 29-Jährigen gefunden wurden. Was genau in dem Hinterhof explodierte, war zunächst nicht klar. Vorerst ermittelte ein Fachkommissariat für Sprengstoffdelikte beim Landeskriminalamt (Stand: Freitagnachmittag). Die Polizei überprüft auch einen Zusammenhang zu weiteren Sprengstoffdelikten.

Kaputte Scheiben nach Explosion

Bei der heftigen Explosion in der Fritz-Reuter-Straße waren am 20. Januar Fensterscheiben und Autos beschädigt worden. Ein 60-jähriger Mann wurde durch umherfliegende Teile eines Verkehrsschildes leicht am Bein verletzt. Ob es sich um einen illegalen Silvesterböller oder um einen selbstgebastelten oder militärischen Sprengsatz handelte, war vorerst unklar. Die Fritz-Reuter-Straße befindet sich in der Nähe der Eisackstraße.