Nach fast fünfmonatiger Corona-Zwangspause öffnet die Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte ab Montag wieder für Besucher. Für die Dauer- und Sonderausstellung im früheren Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit müssen Interessierte aber zuvor ein Zeitfenster buchen, teilte die Gedenkstätte mit.
Hohenschönhausen wollte schnell bei den geöffneten Gedenkstätten dabei sein, wie Direktor Helge Heidemeyer betonte. Besucher hätten lange auf jede Form von Kultur verzichten müssen. Sie sollten sich jetzt beim Besuch so sicher wie möglich fühlen. Alle Vorsichts- und Hygienestandards würden eingehalten. „Kulturelles Angebot und Hygienestandards sind kein Gegensatz“, so der Gedenkstätten-Leiter.
Die Dauerausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen: Zeugnisse politischer Verfolgung 1945-89“ informiert über die Geschichte des Haftortes mit rund 500 Exponaten und mehr als 300 historischen Fotos. Referentinnen und Referenten sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen stehen in der Ausstellung für Fragen und Erläuterungen bereit.

Sonderausstellung zu Stasi in Berlin

Die Sonderausstellung „Stasi in Berlin – Überwachung und Repression in Ost und West“ ist eine 170 Quadratmeter große begehbare Luftaufnahme Berlins. Dokumentiert wird, wo die Stasi im Ost- und Westteil der Stadt geheime Dienstobjekte, konspirative Wohnungen und Stützpunkte unterhielt. Dazu gibt es Filme und Fotos.
Führungen durch das einstige Stasi-Gefängnis mit original erhaltenen Zellen und Verhörräumen stehen laut Gedenkstätte noch nicht wieder auf dem Programm. Für Schüler gebe es digitale Bildungsangebote.
In Hohenschönhausen waren laut Gedenkstätte von 1951 bis 1989 mehr als 11.000 Menschen inhaftiert, darunter auch Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley oder Jürgen Fuchs.
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