Die Berliner haben einer Online-Umfrage zufolge in der Corona-Zeit im Frühjahr am meisten ihre Sportvereine, Selbsthilfegruppen, Clubs und Tanzlokale vermisst. „Die Menschen, die bis jetzt an der Umfrage teilnahmen, sehnten sich während der Corona-Schließungen gerade nach den Orten, an denen sie normalerweise sowohl Bekannte wiedersehen als auch mit Fremden ins Gespräch kommen“, sagte Talja Blokland, Professorin am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität.

Orte, die die Stadt zusammenhalten

„Wir brauchen diese Orte für unser Leben, und die Stadt braucht sie für ihren Zusammenhalt. Es wäre völlig falsch, Sportvereine, Fußballstadien oder Tanzclubs für Orte überflüssigen Vergnügens zu halten“, betonte sie.
Auffällig stark vermissten die Fans des 1.FC Union ihre Alte Försterei: Sie tun sich der Umfrage zufolge deutlich schwerer mit dem Verlust der Stadionbesuche als die Herthaner, die bislang an der Studie teilnahmen.  

Alte Försterei mit höheren Werten als Olympiastadion

An der Umfrage „Städtisches Leben während Corona“ haben bislang mehr als 2000 Menschen teilgenommen. Der Fragebogen enthält mehr als 20 verschiedene Orte und Aktivitäten, zu denen die Befragten angeben können, wie stark sie sie vermissten. Die Skala reicht von 1 (gar nicht) bis 10 (sehr stark). Die Aktivitäten „Sport in einem Verein machen“ (8,3) und „Stadionbesuch Union Berlin“ (8,1) erhielten bislang die höchsten Durchschnittswerte, gefolgt von Selbsthilfegruppen, Clubs/Diskos/Tanzlokal (jeweils rund 7,8) und Fitnessstudios (7,6). Spiellokale (4,5) und Einkaufszentren (4,7) erreichten die geringsten Werte. 

Veränderung des Alltags

Die Forscher wollen mit der Umfrage herausfinden, wie sich der Alltag der Menschen in der Hauptstadt und aus dem Umland durch die Corona-Pandemie verändert hat. Noch bis zum 30. September können Interessenten sich beteiligen.