Erneut sind in Berlin innerhalb eines Tages mehr als 1000 Corona-Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der Fälle stieg laut dem Lagebericht vom Mittwoch um 1148 auf nun insgesamt 35.966, wie aus den Daten der Gesundheitsverwaltung hervorgeht. Davon gelten 22 417 Menschen als genesen; 272 starben im Zusammenhang mit dem Virus, das sind sieben Todesfälle mehr als am Vortag.
Unterdessen wächst die Belastung für die Intensivstationen weiter: 18,2 Prozent der dortigen Betten sind nun mit Covid-19-Patienten belegt (vor einer Woche: 11,6 Prozent; Dienstag: 17,1 Prozent). Insgesamt sind 863 Corona-Infizierte in stationärer Behandlung, davon 234 auf Intensivstationen. Das sind bereits deutlich mehr als im Frühjahr: Der damalige Höchststand war laut Divi-Intensivregister am 20. April mit 153 Intensiv-Fällen erreicht worden.
Stiege die Auslastung der Intensivstationen auf mehr als 25 Prozent, spränge die Berliner Corona-Ampel auch bei diesem Faktor auf Rot. Bei den Fallzahlen pro 100 000 Einwohner in der vergangenen Woche ist dies schon länger der Fall: Der Wert liegt bei 182,5 - angestrebt wird eine Zahl unter 50. Im grünen Bereich liegt aktuell nur die sogenannte Reproduktionszahl mit 0,77. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Schnitt weniger als einen anderen Menschen ansteckt.
Zur bundesweiten Entwicklung beim R-Wert - dieser sank leicht - hatte das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag erklärt, es sei noch unklar, ob es sich um einen stabilen Trend oder eine Schwankung handle. Um in eine wieder kontrollierbare Lage zu kommen, müsse die Reproduktionszahl eine längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger. Bis sich Effekte des seit Montag geltenden Teil-Lockdowns zeigen, dauert es wegen der Zeit von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen.
Insgesamt sehe man Zunahmen bei der Gruppe der Älteren, teilte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung mit. Die meisten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - 112 - werden derzeit in der Gruppe der Über-90-Jährigen verzeichnet. Dabei sei aber zu beachten, dass wegen des demografisch geringeren Anteils Hochbetagter eine relativ geringe Fallzahlzunahme zu hoher Inzidenz führe, so der Sprecher. Mit dem Alter steigt beim Coronavirus das Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe. In den vergangenen Wochen waren eher jüngere Menschen von Infektionen betroffen.
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