Kristin Brinker, AfD-Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus, will ebenfalls für die Spitze des Landesvorstands kandidieren. Am Donnerstag hatten bereits die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch und der Berliner Fraktionschef Georg Pazderski ihre gemeinsame Kandidatur beim bevorstehenden AfD-Parteitag bekannt gegeben. Brinker teilte am Dienstag unter anderem auf ihrer Homepage mit, sie habe sich nach reichlicher Überlegung und nach Bitten vieler Mitglieder zu diesem Schritt entschlossen. „Daher werde ich auf dem Landesparteitag am kommenden Wochenende für das Amt der Landessprecherin kandidieren.“ Mehrere Medien hatten über Brinkers Ankündigung berichtet.

Scharfe Kritik an der eigenen Partei

„Innerhalb der Partei haben sich Strukturen herausgebildet, die nur noch dem Zweck zu dienen scheinen, bestimmten Mandatsträgern Posten und Pfründe zu sichern“, kritisierte Brinker in ihrer Erklärung. Kritik übte die Abgeordnete auch an der gemeinsamen Kandidatur von Storchs und Pazderskis: „Wir haben bisher eine Einerspitze, und das soll auch so bleiben“, sagte Brinker der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe viel zu tun, insbesondere bei der Organisation des Wahlkampfs.
Brinker war bis zum Sommer stellvertretende Vorsitzende der Fraktion im Abgeordnetenhaus, hatte im August aber ihren Rücktritt erklärt und dabei Kritik unter anderem an Fraktionschef Pazderski geübt. Seit Anfang 2020 wird der Berliner Landesverband von einem Notvorstand geführt.

Bisheriger Vorsitzender geht ins Europaparlament

Zur Zeit ist Nicolaus Fest, der für die AfD Abgeordneter des Europaparlaments ist, der amtierende Vorsitzende. Er hatte aber im Februar erklärt, beim Parteitag nicht wieder anzutreten. Von Storch und Pazderski hatten den Berliner Landesverband von 2016 bis 2017 schon einmal als Doppelspitze geleitet. Pazderski war bis Januar 2020 Landesvorsitzender.
Der nächste Landesparteitag ist nach AfD-Angaben für den 13. und 14. März in Brandenburg geplant. Den Ort hat der Landesverband noch nicht mitgeteilt. Zuletzt hatte die Berliner AfD im November einen bereits geplanten Parteitag abgesagt, weil es vonseiten der Behörden Bedenken im Zusammenhang mit dem Brandschutz für den vorgesehenen Saal in Berlin-Kaulsdorf gegeben hatte.