Im Prozess gegen den Berliner Rapper Fler wegen einer Reihe von Straftaten hat die Staatsanwaltschaft eine Haft von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung gefordert. Da sie keine positive Prognose sehe, komme eine Bewährungsstrafe nicht in Betracht, sagte die Staatsanwältin am Freitag in ihrem Plädoyer. Fler sei nicht bereit, sich an Regeln zu halten. Ein Urteil des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten wurde noch am Freitag erwartet.

Journalist genötigt und Polizisten bedroht

Die Strafe sollte wegen Beleidigung mehrerer Polizisten, einer Nachbarin, eines Rechtsanwalts und eines Influencers sowie Fahrens ohne Führerschein, versuchter Nötigung eines Journalisten sowie verbotener Mitteilung aus Gerichtsverfahren verhängt werden, so die Staatsanwaltschaft.
Das Gericht verhandelte in Abwesenheit von Fler. Vor einem Monat hatte der 38-Jährige für Aufsehen gesorgt, weil er aus Verärgerung über einen Journalisten schimpfend den Gerichtssaal verließ. Auch der Verteidiger konnte Fler, bürgerlich Patrick Losensky, nicht zurückholen. Das Gericht beschloss danach, ohne den Musiker weiterzuverhandeln.
In dem Prozess waren mehreren Anklagen zusammengefasst worden. Einige wurden nun abgetrennt. Um Beleidigung des Rappers Bushido geht es nun nicht mehr in dem aktuellen Verfahren. Im Internet soll Fler Bushido als „Bastard“ und „ekeligen Hund“ bezeichnet haben.