Fünfeinhalb Monate nach seiner Verhaftung hat der Mann zu Prozessbeginn am Mittwoch gestanden. Er habe mit verschiedenen Betäubungsmitteln - darunter Kokain, Amphetamine, MDMA und Haschisch - gehandelt, erklärte der 26-Jährige. Eine „gewisse Spielleidenschaft“ habe dazu geführt, dass er „zu gierig nach Geld“ geworden sei. Er wolle nun „reinen Tisch“ machen, so der nicht vorbestrafte Mann.
Die Anklage lautet unter anderem auf bewaffneten Handel mit Betäubungsmitteln. Die Polizei hatte Ende April 2019 in zwei von dem Beschuldigten genutzten Wohnungen neben Drogen auch eine Pistole, einen Revolver, scharfe Munition, zwei Schreckschusswaffen sowie einen Schlagring sichergestellt. Zudem seien eine Geldzählmaschine, eine Tablettiermaschine sowie diverse Verpackungsmaterialien für den Handel mit Rauschgift beschlagnahmt worden, heißt es in der Anklage. In Versandtaschen habe der Mann von März bis April 2020 Drogen verschickt und dafür eine Post-Filiale in Berlin-Grünau genutzt.
Der 26-Jährige erklärte, er habe damals ein Doppelleben geführt. Auf der einen Seite sei er der „böse Drogenhändler“ gewesen, auf der anderen ein guter Mitarbeiter der Stadtreinigung. Er wolle in Zukunft ohne Straftaten leben. Die bei ihm gefundenen Waffen seien zum Teil Erbstücke gewesen. „Ich hätte die Waffen nie eingesetzt“, so der Angeklagte. Der Prozess wird am 2. November fortgesetzt.