Tausende Menschen haben in Berlin bei einer Demonstration an die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags im hessischen Hanau vor einem Jahr erinnert. Bis zum Nachmittag hätten sich rund 6400 Teilnehmer am Bahnhof Hermannstraße in Berlin-Neukölln versammelt, sagte ein Polizeisprecher. Immer mehr Menschen stießen demnach dazu. Angemeldet waren ursprünglich 900 Teilnehmer. Von Neukölln aus setzte sich der Zug über den Hermannplatz und das Kottbusser Tor in Richtung Oranienplatz in Kreuzberg in Bewegung.
Die Demonstranten hielten Schilder und Fotos mit den Namen der neun Getöteten in die Luft. „Hanau war kein Einzelfall“ stand auf Plakaten. Laut Polizei blieb die Lage zunächst ruhig und entspannt. Der Zug wurde demnach von rund 160 Einsatzkräften begleitet.

Rechter Terror in Hanau

Der 43-jährige Deutsche Tobias R. hatte am Abend des 19. Februar 2020 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Orten in der Stadt im Rhein-Main-Gebiet erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und anschließend sich selbst tötete. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Die „Initiative 19. Februar Hanau“ sieht ein „Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat“.