Vor einem Vierteljahrhundert haben sich Brandenburg und Berlin gegen eine Länderfusion entschieden. Inzwischen sind die Nachbarn zwar enger aneinander gewachsen. Aber es gibt sie noch, diese Kluft zwischen Großstadt und ländlichem Raum. Der Vorteil von Franziska Giffey ist, sie kennt sich in beiden Lagern gut aus.
Mit Wurzeln in Brandenburg weiß sie, wie sehr ältere Menschen im Dorf auf einen Bus angewiesen sind. Auf der anderen Seite hat sie als Bezirksbürgermeisterin von Neukölln selbst erlebt, wie Menschen mit hohen Mieten aus ihren Wohnungen verdrängt wurden.
Giffeys Biografie ist ein guter Nährboden für das Zusammenwachsen beider Länder. Nützlich ist dabei wohl auch, dass bei den Nachbarn in Brandenburg die SPD in Regierungsverantwortung steht. Nun liegt es an ihrem Geschick die Verbindungen zwischen Stadt und Land weiter zu festigen.
Das gilt insbesondere für die Wirtschaft, aber auch für alle anderen Bereiche, die eine erfolgreiche Region ausmachen. Eine große Aufgabe für das Arbeiterkind, die Ostdeutsche und die erste Frau als Regierende Bürgermeisterin von Berlin.