Frauen im Ostteil Berlins beziehen bundesweit die höchsten Altersrenten. Der durchschnittliche Bruttobetrag nach mindestens 35 Versicherungsjahren liegt bei 1343 Euro monatlich. Die männlichen Rentner im Ostteil erhalten 1565 Euro und liegen damit im Vergleich der 16 Bundesländer im Mittelfeld. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung hervor.
Im Westteil der Hauptstadt sind die Renten demnach geringer. Männer beziehen im Schnitt 1529 Euro im Monat, Frauen 1216 Euro. Die Altersbezüge der Berliner Männer liegen damit in Ost wie West unter dem Bundesdurchschnitt von 1570 Euro. Bei den Frauen sind die Bruttorenten hingegen beidseits der imaginären Ost-West-Grenze, die es bei der Rentenversicherung immer noch gibt, höher als im Bundesschnitt von 1173 Euro.

Rentenansprüche aus DDR-Zeiten

Die vergleichsweise hohen Altersbezüge der Männer im Ostteil Berlins begründet die Rentenversicherung mit einem relativ hohen Anteil von Rentnern mit Ansprüchen aus ehemaligen Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der DDR. Die Fachleute weisen zudem darauf hin, dass die Differenz zwischen den Durchschnittsrenten für Männer und Frauen im Osten Deutschlands geringer ausfällt als im Westen. Wichtigster Grund: Frauen im Osten waren öfter vollzeitbeschäftigt. Dadurch sind dort die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen geringer als im Westen.
In Berlin leben den Angaben zufolge 655 241 Altersrentner - 397 089 im Westteil und 258 152 in den östlichen Stadtteilen.