Demonstranten haben am Mittwochabend (21. April) vor der Russischen Botschaft in Berlin die Freilassung des Kremlgegners Alexej Nawalny gefordert. An dem Protestzug, der am Bundeskanzleramt startete, nahmen nach Angaben der Polizei rund 300 Menschen teil, angemeldet waren ursprünglich nur 50. Die Demonstranten zogen über die Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor und durch die Ebertstraße bis Unter den Linden. Die Abschlusskundgebung war unmittelbar vor der Russischen Botschaft.

Friedliche Demonstration

Nach Angaben eines dpa-Reporters waren dort Sprechchöre zu hören, unter anderem mit der Forderung „Putin go!“. Auf Plakaten war etwa „Free Nawalny“ zu lesen oder „Our Russia is in jail“ (Unser Russland ist im Gefängnis). Die Teilnehmer des Demonstrationszugs hatten sich auf der Mittelinsel der Straße postiert. Nach Angaben der Polizei hatte sich der Start verzögert. Eine Sprecherin der Polizei sagte, Hinweise auf Zwischenfälle habe sie nicht. Die Demonstration sei friedlich verlaufen.
Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die sich an der Demonstration vor der russischen Botschaft beteiligt hatte, sind weitere Veranstaltungen geplant, darunter unter anderem am Freitag in Hamburg, Erlangen und Recklinghausen, am Samstag erneut in Berlin, München, Frankfurt/Main und Hamburg.

Schlechte Gesundheit von Nawalny beklagt

In Russland hatte Nawalnys Team für diesen Mittwoch in mehr als 160 russischen Städten spontan Proteste angekündigt, weil sich der Gesundheitszustand des 44-Jährigen im Straflager massiv verschlechtert haben soll. Der Oppositionelle, der im vergangenen Sommer nur knapp einen Giftanschlag überlebte, klagt bereits seit längerem über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in Arm und Bein. Aus Protest gegen mangelnde medizinische Versorgung ist er vor rund drei Wochen in einen Hungerstreik getreten.