Inzwischen sei der Verein von 60 auf mehr als 125 Mitglieder gewachsen und habe einen Aufnahmestopp erlassen. „Aber wir sehen auch, dass derzeit noch mehr Menschen ins kalte Wasser gehen. Das Interesse ist gestiegen. Vielleicht auch weil die Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt sind und die Menschen mehr Zeit haben und raus wollen.“
Auch das Gesundheitsbewusstsein spiele eine Rolle, sagte Bundesmann. „Manche sagen, das Eisbaden tue ihnen gut, sie hätten weniger Erkältungen und seien besser durchblutet. Oder es hilft gegen Rückenschmerzen.“

Vorsicht ist beim Baden in eiskaltem Wasser geboten

Bundesmann rät Anfängern, langsam mit der Gewöhnung an das kalte bis eiskalte Wasser beginnen und vorsichtig zu sein: „Nicht alleine schwimmen, in flach abfallendes Wasser und nicht direkt ins ganz Tiefe reingehen, nicht ohne Sicherung in Löchern im Eis baden.“ Anfangs sei Eisbaden im Stehen oder Sitzen besser als minutenlanges Eisschwimmen. Neopren-Schuhe, eine Mütze und warme Kleidung zum schnellen Anziehen danach sei außerdem nützlich.
Unbedingt sollte jeder beim Winterbaden auf sein eigenes Empfinden hören und sich zu nichts zwingen. Das Wetter könne eine große Rolle spielen. Minustemperaturen mit Sonne, aber ohne Wind könnten für viele angenehmer sein als Winterbaden bei fünf Grad plus und heftigem Wind. „Da spielt auch eine gefühlte Komponente eine Rolle.“

Mann starb beim Eisschwimmen im Berliner See

Über den Badeunfall, bei dem am Mittwoch ein Mann in einem eiskalten Berliner See starb, sagte Bundesmann: „Es ist risikoreich. Es ist ein Schock für den Körper. Und mit dem Kopf unter Wasser in Eiswasser zu schwimmen, würde ich niemandem empfehlen, der es nicht sehr lange geübt hat und Schritt für Schritt vorgegangen ist. Wir fangen bei uns ja auch nicht ohne Grund mit der Saison im Herbst an. Und schwimmen jede Woche in die Kälte hinein.“