Das Land Berlin habe sich mit den beiden Betroffenen, die durch das Wirken des ehemaligen Professors für Sozialpädagogik, Helmut Kentler, massive sexualisierte Gewalt erlitten hätten, über substanzielle Leistungen geeinigt, teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Dienstag mit. Beide Seiten hätten Stillschweigen über die Vereinbarung beschlossen.

Pädophile Netzwerke im Fokus

Das Land Berlin übernehme damit die moralische Verantwortung unabhängig von der strafrechtlichen Verjährungsfrist, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). In einem weiteren Forschungsauftrag werde nun der Fokus auf pädophile Netzwerke gerichtet, die sexualisierter Gewalt an Kinder und Jugendliche akzeptiert und unterstützt hätten.
Nach den Ergebnissen von zwei Forschungsprojekten zur Aufarbeitung des sogenannten „Kentler-Skandals“ hatte der Berliner Sozialpädagoge Helmut Kentler (1928-2008), der bis Mitte der 1970er Jahre in Berlin am Pädagogischen Zentrum als Abteilungsleiter tätig war, Pflegekinder und -jugendliche an vorbestrafte Pädophile vermittelt. Kentler gab die Praxis als „wissenschaftliches Experiment“ aus. Wie viele Opfer es überhaupt gibt, ist nach Aussage der Forscher unklar.