Die Sonne schien und Hertha BSC hörte die Signale. Mit dem 3:0-Erfolg über Bayer Leverkusen am Sonntag im Berliner Olympiastadion gelangen den Hauptstädtern äußerst prekärer Lage ein möglicher Befreiungsschlag. Hier die Partie im Check:

Die Lage

Druck haben beide Mannschaften schon vor der Partie. Während Hertha BSC nach dem Mainzer Sieg in Hoffenheim kurz zuvor auf einen Abstiegsplatz abrutschte, haben die Leverkusener bei zwei Siegen in sieben Rückrundenspielen die Champions League aus dem Blick verloren. Die Rheinländer

Die Vorgeschichte

Hertha-Trainer Pal Dardai kann trotz der trostlosen tabellarischen Situation immer noch Witze machen. „Der Osterhase ist bestimmt glücklich, da kann er frische Eier bringen. Wir suchen keine Ausreden.“ So äußerte sich der Ungar über den frisch verlegten Rasen im Olympiastadion. Er hoffe, dass er gut liegt, denn testen durfte sein Team den neuen Belag im Vorfeld nicht. Der Trainingsplatz sei in einem schlechten, „erdigen“ Zustand, was mit dem harten Training und den Witterungsbedingungen zusammenhänge. „Aber jeder Spieler freut sich auf, auf einen schönen Rasen hast du noch mehr Lust zu spielen.“

Die Tore

1:0 (4.) Deyovaisio Zeefuik, schlenzt den Ball nach Rückpass von Lukebakio an den linken Innenpfosten, von wo er ins Tor springt.
2:0 (26.) Matheus Cunha, jagt nach Ablage von Lukebakio den Ball unter Bayer-Torwart Lennart Grill hindurch ins Netz.
3:0 (33.) Jhon Cordoba, wird erst geblockt, nimmt dann Mitspieler Matteo Guendouzi den Ball weg, um dribbelt einen Leverkusener und drischt den Ball aus zehn Metern ins Tor.

Die Startelf und Taktik

Nach seiner auskurierten Muskelverletzung warMatheus Cunha bei Hertha gleich wieder in der Startelf. Der Brasilianer gilt als großer Hoffnungsträger in der Offensive. „Er bringt Spielkultur mit, hat keine Angst, das Spiel zu machen und hat im Training viele Dinger reingemacht“, sagt Trainer Dardai im Vorfeld. Da auch der mit sechs Treffern beste Hertha-Schütze Krzysztof Piatek nur auf der Bank sitzt undValdimir Darida rotgesperrt fehlt, bilden neben Cunha Stoßstürmer Jhon Cordoba und der Belgier Dodi Lukebakio von Dardai ausgegebenen 3-4-2-System den Angriff. Ein anderer Heilsbringer fehlt mit Sami Khedira weiter verletzt. Sein Part im defensiven Mittelfeld übernimmt Mattéo Guendouz.
Bayer-Trainer Peter Bosz musste auf seinen Flügelflitzer Moussa Diaby verzichten. Der französische U-21-Natzionalspieler war positiv auf Covid-19 getestet worden. Für ihn spielte Leon Bailey. Zudem stellte der Coach nach dem 1:2 gegen Bielefeld den erstmals für die Nationalmannschaft nominierte Teenager Florian Wirtz für Nadiem Amiri im 4-1-2-3-System auf.

So lief die Partie

Der Druck gewinnen zu müssen, lähmte die Hertha diesmal nicht. Die alte Dame spielte von Beginn an munter mit. Zwar besaß Leverkusener deutlich mehr Spielanteile und die Berliner boten mit zahlreichen langen Bällen spielerisch eher Magerkost. Aber sie waren hoch effizient. Fünf Schüsse aufs Tor bedeuteten drei Treffer. Eine ungewohnte Quote, aber neben dem überragende Flügerflitzer Zeefuik lieferte die Offensivabteilung. Lukebakio legte auf und Cunha sowie Cordoba trafen.
Nach der Pause hätte Lukebakio seine Leistung fast gekrönt, aber der Videobeweis versagte nach einem Handspiel Cordobas zuvor die Anerkennung. Letzte Zweifel am Hertha-Sieg räumte Torwart Rune Jarstein aus, der selbst aus Nahdistanz von Bayers Schick nicht zu überwinden war. Und das Hertha danach wieder Chancenwucher betrieb, fiel bei dieser starken Leistung nicht mehr ins Gewicht.

Die Stimmen

„Wir sind auf einem gutem Weg. Von der Tabelle her war das ein wichtiger Sieg für uns. Ich habe einige Fehler gesehen, das müssen wir korrigieren. Offensiv war das okay, aber nicht gegen den Ball. Es wäre richtig schlimm gewesen, mit einer Niederlage in die Pause zu gehen“ (Hertha-Trainer Pal Dardai)
„Wir können durchatmen, dürfen uns aber nicht auf den drei Punkten ausruhen. Da steht ja auch das Derby an. Das ist was Besonderes. Heute haben wir gut gearbeitet, jeder war giftig, jeder war da. Da konnten wir auch die Konter gut fahren.“ (Niklas Stark, Kapitän Hertha BSC)
„Wenn man im Fußball gewinnen will, muss man Tore schießen und Tore verhindern. Beides haben wir heute nicht gut gemacht“ (Peter Bosz, Trainer Bayer Leverkusen)

Die Statistik

Hertha BSC – Bayer Leverkusen 3:0 (3:0)
Hertha: Jarstein - Klünter, Stark, M. Dardai (82. Torunarigha) - Zeefuik, Tousart, Guendouzi , Mittelstädt (82. Netz) - Cunha (82. Piatek), Lukebakio (72. Radonjic), Cordoba (63. Ascacibar)
Leverkusen: Grill - Frimpong (72. Bellarabi), Tah, Tapsoba, Wendell - Aranguiz - Wirtz, Demirbay (46. Amiri) - Bailey, Schick, Gray (46. Alario).
Tore: 1:0 Zeefuik (4.), 2:0 Cunha (26.), 3:0 Cordoba (33.) - Schiedsrichter: Brych (München) - Zuschauer: keine

So geht es weiter

Am Sonntag, den 4. April, nimmt Hertha BSC um 18 Uhr die kürzeste Auswärtsfahrt in Angriff – zum Berliner Stadtderby beim 1. FC Union Berlin in Köpenick. Die Leverkusener empfangen bereits am 3. April um 15.30 Uhr Schlusslicht Schalke 04.