Eine ganze Reihe von Demonstrationen in der Berliner Innenstadt beschäftigen an diesem Wochenende die Polizei und sorgen für Verkehrsbehinderungen und Staus. Abtreibungsgegner, Frauenrechtlerinnen, Fahrrad-Aktivisten und ein Bündnis linker Gruppen gehen am Samstag auf die Straße. Berliner Autofahrer sollten die Innenstadt am Nachmittag wohl lieber meiden.

Abtreibungsgegner und -befürworter

Die voraussichtlich größte Demonstration ist der jährliche sogenannte Marsch für das Leben, der sich gegen Abtreibungen richtet. 5000 Teilnehmer wollen laut Polizei ab 13.00 Uhr vom Brandenburger Tor auf die Straße des 17. Juni und wieder zurück laufen.
Die Gegenposition will ein Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung auf der anderen Seite des Brandenburger Tores, dem Pariser Platz, vertreten. Hier werden 1500 Demonstranten erwartet. Geplant ist auch der Beginn einer Kampagne zum Abtreibungsparagrafen: „150 Jahre Widerstand gegen §218.“

Bedingungsloses Grundeinkommen

Ebenfalls am Mittag wollen einige hundert Teilnehmer für ein bedingungsloses Grundeinkommen demonstrieren. Sie laufen ab 12.00 Uhr vom Alexanderplatz nach Friedrichshain zur Oberbaumbrücke.
Um 14.00 Uhr beginnt eine große Fahrradfahrt als Demonstration von Rad-Verbänden und Initiativen rund um die Innenstadt. Das Motto lautet: „Rauf aufs Rad für die nächste Generation.“ 1000 Radfahrer wollen bei einer Kreisfahrt einmal um das Stadtzentrum fahren. Die Strecke beginnt am Potsdamer Platz und führt durch Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Wedding, Charlottenburg und zurück zum Potsdamer Platz. Insgesamt sind das 37 Kilometer. Teilnehmer können sich aber unterwegs für Teilstücke einreihen. Für Kinder sind eigene kleinere Fahrraddemonstrationen am Sonntag geplant.

Linke Gruppierungen

Am Abend (18.00 Uhr) ziehen linke und linksradikale Initiativen eines Aktionsbündnisses „Wer hat, der gibt“ über den Ku'damm. Sie fordern: „Die Reichen müssen für die Krise bezahlen.“ Zu dem Bündnis gehören Gruppen wie die Interventionistische Linke, die Antifa oder Ende Gelände. Die Veranstalter wollen in Berlin, Hamburg und Hannover demonstrieren. Angemeldet sind in der Hauptstadt 2000 Teilnehmer, die vom Adenauerplatz über den Ku'damm bis zum Wittenbergplatz laufen.

Hilfe für Flüchtlinge

Am Sonntag ist eine Demonstration zum Thema Flüchtlinge geplant. Ein Bündnis unter anderem aus Pro Asyl und Seebrücke Berlin fordert nach dem Brand in Moria die Evakuierung aller griechischen Lager. Die Bundesregierung dürfe die Aufnahmebereitschaft der Kommunen und Länder nicht länger blockieren, verlangen die Gruppen. 3000 Demonstranten sind bei der Polizei angemeldete, sie wollen ab 14.00 Uhr vom Wittenbergplatz zum Großen Stern ziehen.