„Mach’s gut, alte Dame“, hieß es am Mittwoch in der Mitteilung der Traditionseinrichtung. Kilaguni wurde 46 Jahre alt. Vor fast genau 45 Jahren - am 19. Oktober 1975 - kam das Jungtier nach Berlin. Ein ungewöhnlich markant geformtes Horn sei das Markenzeichen von Kilaguni gewesen.
Das Nashorn brachte im Zoo fünf Jungtiere zur Welt. Es habe damit zum Erhalt dieser vom Aussterben bedrohten Tierart beigetragen, hieß es. In den vergangenen Jahren habe das Muttertier aber zunehmend mit Altersbeschwerden gekämpft. Es habe es kaum noch geschafft, allein aufzustehen. Um Kilaguni weitere Leiden zu ersparen, sei sie nach gründlicher Beratung am Mittwoch eingeschläfert worden.
„Zu einer verantwortungsvollen Tierhaltung gehört es auch, seinen Schützlingen unnötiges Leid zu ersparen, so schwer solche Entscheidungen auch immer fallen“, sagte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem laut Mitteilung. „Mit ihren 46 Jahren hat sie bereits ein beachtliches Nashornalter erreicht, sie war das älteste Spitzmaulnashorn der Welt.“

Vier noch lebende Nashörner im Berliner Zoo

Nach Kilaguni's Tod leben noch vier Nashörner im Zoo der Hauptstadt - die Spitzmaulnashornkuh Maburi (18) mit Tochter Maisha (2) sowie das Panzernashorn Betty (25) mit Sohn Karl (2).
In der Natur werden Spitzmaulnashörner nach den Angaben selten älter als 30 Jahre. Zudem minimiere die illegale Nashorn-Jagd ihre Lebenserwartung. Das Horn sei eine begehrte Jagdtrophäe, da es irrtümlich als Wundermittel verkauft wird.
Spitzmaulnashörner seien akut vom Aussterben bedroht, so der Zoo. Ihre stärkste Bedrohung gehe vom Menschen aus. Seit 2008 erlebten Süd- und Ostafrika ein bisher nie dagewesenes Ausmaß an Wilderei. Auch das Breitmaulnashorn und der Afrikanische Elefant seien betroffen. In den zurückliegenden zehn Jahren haben Wilderer demnach mehr als 7000 Nashörner getötet.