"Der Mauerpark wird doppelt so groß. Damit schaffen wir mehr Grün in einem hochverdichteten Wohnviertel und mehr Platz für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Besucher des Mauerparks", freute sich Regine Günther (Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, am Donnerstag. So gebe es nun wieder ruhigere Ecken für Erholungsuchende, Platz für gemeinsames Gärtnern und mehr Spielmöglichkeiten. "Aber auch die Kultur, die beliebten Karaoke-Veranstaltungen und der Flohmarkt behalten ihren Platz im Mauerpark. Das wird das Miteinander im Park erleichtern. So machen wir Berlin lebenswerter", ist sich die Politikerin sicher.
Der Erweiterungspark verbindet quasi als grüne Brücke am Rande der ehemaligen Grenzanlage zwischen Ost- und West-Berlin die Stadtteile Wedding und Prenzlauer Berg. Baumbestandene Promenaden säumen das neue Naherholungsareal zwischen Bernauer- und Gleimstraße. Insgesamt wurden 270 Bestandsbäume erhalten und 235 zusätzliche Bäume gepflanzt.
Im Mittelpunkt der Ost-West-Verbindung entstand auf Höhe Lortzingstraße ein 32 Meter großer Steinkreis aus dem für den Mauerpark typischen Granit. Umrandet von steinernen Sitzgelegenheiten beherbergt er einen großen Granittisch und soll als Treffpunkt und Aufenthaltsfläche das Zusammenwachsen der umliegenden Kieze symbolisieren.

Liegewiesen, Rasenflächen, Bürgergarten und Spielplatz

Die zusätzlichen Liegewiesen, Rasenflächen und der neue Bürgergarten sollen gemeinsam mit dem von Kindern mitgestaltetem Spielplatz den Berlinern einen ruhigen Gegenpol zum quirligen Bestandspark bieten und den stark frequentierten Mauerpark entlasten, heißt es aus der Senatsverwaltung. Mit der Erweiterung wird die vor über 25 Jahren entstandene Planung von Gustav Lange vollendet. Der Landschaftsarchitekt hatte bereits Anfang der 1990er-Jahre den Entwurf für den Mauerpark erarbeitet. Sein Ziel war, auf dem ehemaligen Grenzgelände eine Lichtung in der Stadt zu schlagen, einen lebendigen Ort mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Bedürfnisse, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen.
Die Umsetzung folgte aber erst nach langem Bürger-Engagement und mit Beteiligung der Anwohner. Ursprünglich sollten Teile des Areals auf einem ehemaligen Gewerbegebiet als Bauland veräußert werden. Die Arbeiten für die Erweiterung des Parks begannen im Juli 2016.

Sport neben dem Flohmarkt

Und auch im alten Teil des Parks hat sich etwas getan. Der Bereich des Flohmarkts an der Bernauer Straße wurde befestigt und bietet nun zwischen den Flohmarktsonntagen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten. Basketballkörbe und Tischtennisplatten laden zu Sport und Bewegung ein. Im Süden laden die Lokale "Mauersegler" und "schönwetter" mit ihren Biergärten zur Einkehr. Eine Anlage zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung ermöglicht über eine unterirdische Zwischenspeicherung, Regen dem Grundwasser zuzuführen.
Und es geht noch weiter: Der Umbau der "Kartoffelhalle" als Park- und Kulturzentrum soll im Herbst starten und voraussichtlich im kommenden Jahr eröffnen. Dann wird es auch feste WCs geben. Für den Übergang stehen den Parkbesuchern Toilettencontainer zur Verfügung.