Jedes Jahr kommt es zu Demonstrationen am 1. Mai auf den Straßen von Berlin. Zwischen dem Maifest und Protesten zum Tag der Arbeit, kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Auch zu Zeiten von Corona finden Demonstrationen statt, diese müssen jedoch spezielle Hygienemaßnahmen berücksichtigen. Wie verläuft der Tag bisher?

Demonstration ist eskaliert

Update 21:04 Uhr: Bei der Demonstration linker und linksradikaler Gruppen in Berlin-Neukölln ist es am Samstagabend zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Auf der Sonnenallee hagelte es Flaschen und Steine gegen Beamte, wie dpa-Reporter beobachteten. Polizisten wurden angegriffen, als sie Störer aus der Menge ziehen wollten. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Müllcontainer und Paletten wurden angezündet. Sanitäter waren im Einsatz. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Auch in der Nähe der Neukölln Arcaden wurden Teilnehmer festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte einen Lautsprecher der Demonstranten und räumte eine Kreuzung frei.
Der Protestzug, der am Hermannplatz gestartet war und zum Oranienplatz in Kreuzberg laufen wollte, steckte zunächst fest und kam nicht weiter. Die Polizei hatte am Rathaus Neukölln einen Block mit schwarz gekleideten Demonstranten isoliert, in der Folge war der Zug zweigeteilt.
Wie die Polizei twitterte, treten die Einsatzkräfte körperlichen Angriffen, Stein- und Flaschenwürfen, Brandstiftungen sowie dem Übersteigen von Absperrgittern entgegen und nehmen Straftäter fest.
Die Polizei ging nach anfänglicher Schätzung von bislang rund 5000 Teilnehmern aus. Beobachter sprachen hingegen von einer der größten revolutionären 1.Mai-Demonstrationen der vergangenen Jahre. Die Organisatoren gaben die Teilnehmerzahl mit mehr als 20 000 an.

Pyrotechnik im Einsatz

Update Samstag, 19:33 Uhr: Der Demonstrationszug muss immer wieder anhalten. Hintergrund ist die mangelhafte Einhaltung der Hygieneabstände. Die Polizei Berlin versucht immer wieder per Lautsprecher die Menschen zu ermahnen, die Abstände einzuhalten. Neben diesen Problemen zeigen sich mehr und mehr vermummte Teilnehmer. Im linksextremem Block wurden bereits Feuerwerkskörper gezündet und Regenschirme aufgespannt.
Samstag, 19:05 Uhr:
Trotz der Forderungen nach mehr Abstand, wurde dieser nicht wirklich umgesetzt. Dennoch hat die Polizei den Start des Zuges gestattet. „Guter Wille sei erkennbar gewesen“, hieß es von Seiten der Polizei. Bisher kam es bereits zu einzelnen Provokationen durch den „Schwarzen Block“, doch im Allgemeinen bleiben die Proteste weiterhin friedlich.

Kundgebung steht kurz bevor

Kurz vor dem Start der „Demonstration zum revolutionären 1. Mai“ am Abend haben sich in Berlin-Neukölln nach Einschätzung der Polizei rund 5000 Menschen versammelt. Der Zustrom aus unterschiedlichen Richtungen hielt nach Beobachtungen von dpa-Reportern weiter an. Der Demonstrationszug sollte um 18 Uhr starten. In der Menge rund um den Hermannplatz schwenkten Demonstranten Fahnen, Transparente waren zu sehen. Auch Feuerwerkskörper wurden gezündet. Straßen wurden abgesperrt, viele Mannschaftswagen der Polizei waren postiert. Viele der Demonstranten trugen Mund-Nasen-Schutz. Die Veranstalter riefen dazu auf, die Corona-Auflagen einzuhalten.
Die „Demonstration zum revolutionären 1. Mai“ zieht vom Hermannplatz in Neukölln zum Oranienplatz in Kreuzberg. Angemeldet waren 1000 Demonstranten, die Polizei erwartete aber bis zu 10 000 Teilnehmer. Wegen des Themas Mietendeckel sei mit einer „starken Mobilisierung auch von bürgerlichem Klientel“ zu rechnen, hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik vorher gesagt. Die Polizei rechnete auch mit Gruppen aus der linksradikalen und linksautonomen Szene sowie zahlreichen Schaulustigen.

Polizei hindert Protestzug wegen Hygieneabstand

Die Teilnehmer der Demonstration seien alle gut mit Masken ausgestattet und erfüllen somit eine der beiden Vorgaben der Polizei, für die Genehmigung der Aktion. Allerdings kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden. Die Demonstrierenden weichen derzeit auf die nahegelegene Hasenheide aus, um genügend Abstand zu gewährleistet. Solange dies nicht ausreichend eingehalten wird, untersagt die Polizei den Start des Zuges.

Klare Linie der Polizei bei der Ausgangssperre

Polizeipräsidentin Slowik hatte ein konsequentes Handeln angekündigt. Bei Verstößen gegen die Corona-Regeln würden Demonstrationen schnell aufgelöst. Auch gewalttätigen Ausschreitungen werde sofort begegnet.
Alle Entwicklungen zum 1. Mai in Berlin und den verschiedenen Demonstrationen finden Sie in unserem Live-Blog.