Mit Verzögerung und weniger Teilnehmern als erwartet haben Umweltschutzgruppen am Montag im Berliner Regierungsviertel mit ihren für diese Woche angekündigten Protestaktionen begonnen. Am Brandenburger Tor setzten sich am Vormittag mehrere hundert Menschen auf den Platz des 18. März, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vertreten. Der Straßenverkehr wurde umgeleitet und der unterirdische S-Bahnverkehr war in dem Bereich unterbrochen. Bei einer Aktion im Monbijoupark gab es zwei Festnahmen, bei denen laut Polizei sieben Beamte leicht verletzt wurden.
Die Sitzblockade am Brandenburger Tor wurde am Nachmittag geräumt. Beamte trugen viele junge Männer und Frauen von der Straße auf den Platz des 18. März. Probleme bereitete den Sicherheitskräften nur eine kleine Gruppe von Demonstranten, die sich auf der Straße mit einem Sekundenkleber festgeklebt hatte, was die Polizei mit Hilfe von Lösungsmittel beheben wollte. Am Nachmittag sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz, die Lage am Brandenburger Tor sei ruhig. Die Blockade sei aufgelöst. Dort seien etwa 300 Menschen gewesen.

Buntes Camp zur Besetzung des Monbijouparks

Die Umweltschutzinitiativen, darunter die Gruppe Extinction Rebellion, riefen zudem zur Besetzung des Monbijouparks nahe dem Hackeschen Markt auf. „Im Monbijoupark wurde in Windeseile Infrastruktur aufgebaut: Baumhäuser, Waben, Tripods, große Zelte, Toiletten ... Es ist ein tolles buntes Camp entstanden“, schrieben die Organisatoren im Internet. „Schnapp dir dein Zelt und ab geht's. Hier machen wir es uns die nächsten Tage gemütlich.“ Dazu gab es noch konkrete Tipps: „Wenn ihr vorne nicht in den Park gelassen werdet, geht einfach über den Zaun oder an der Spree.“
Im Park waren zwei Zelte und vereinzelt Menschengruppen zu sehen. Die Polizei umzingelte das Gelände und ließ auch niemanden hinein oder heraus. Einige Menschen saßen in den Bäumen. „Leider ist die Polizei immer wieder recht rabiat gegen die Menschen vorgegangen, aber trotzdem nicht weit gekommen“, schrieben die Aktivisten im Internet, als es um einen nicht geduldeten Bühnen-Lastwagen im Park ging. Eine Person sei „brutal“ festgenommen worden, hieß es weiter.

Protest soll eine Woche lang gehen

Die Polizei war seit dem frühen Morgen mit einem großen Aufgebot an wichtigen Stellen in der Berliner Innenstadt präsent. Organisatoren des Protestes räumten im Laufe des Tages ein: „Team Blau hat es uns heute sehr schwer gemacht. Würden die Regierenden nur so viel Engagement bei der Klimakatastrophe zeigen ...“
Mehrere Hundert junge Menschen hatten mit der Sitzblockade am Brandenburger Tor die angekündigte Protestwoche für mehr Klimaschutz eingeleitet. Allerdings verzögerten sich die Aktionen wegen der Polizeipräsenz und es kamen nicht so viele Teilnehmer wie erwartet. Weiter geplant sind am Dienstag eine Demonstration und im Laufe der Woche weitere Blockaden von Straßen, Kreuzungen oder Gebäuden.