Kurz vor neuen Tarifverhandlungen haben sich am Dienstag in Berlin nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mehr als 4000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an Warnstreiks beteiligt. Betroffen waren - wie schon am Vortag - die großen kommunalen Krankenhäuser Charité und Vivantes, aber auch die Berliner Stadtreinigung (BSR), wie die Gewerkschaft mitteilte.

Streiks auch bei Straßenreinigung und Müllabfuhr

Die BSR-Recyclinghöfe blieben demnach den ganzen Tag über geschlossen. Auch Straßenreinigung und Müllabfuhr wurden zum Teil bestreikt. Außerdem legten Beschäftigte etwa von Rentenversicherung und Arbeitsagenturen „aktive Pausen“ ein und beteiligten sich an Kundgebungen.
Mit den Aktionen wollte die Gewerkschaft vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen noch einmal Druck auf die Arbeitgeber machen. Die Verhandlungen sind für Donnerstag und Freitag in Potsdam angesetzt.
Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit des neuen Tarifvertrages ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten.

Weitere Streiks falls Verhandlungen scheitern

Viele Beschäftigte seien vom Angebot der Arbeitgeberseite „sehr enttäuscht“, erklärte der verdi-Landesbezirksleiter Berlin-Brandenburg, Frank Wolf. „Ich sehe, dass die Tarifparteien in dieser Tarifrunde noch sehr weit voneinander entfernt sind.“ Sollte es bei den Verhandlungen ab Donnerstag keine Einigung geben, seien auch die Berliner Beschäftigten weiterhin streikbereit.
In den vergangenen Wochen hatte es wegen des Tarifkonflikts in Berlin immer wieder Warnstreiks gegeben.