Alle zehn Minuten nach Bernau

Um die Straßen zu entlasten plant der Senat unter anderem eine neue S-Bahn-Linie zwischen Buch über Pankow und Ostkreuz nach Köpenick. Die neue S6 ist Teil eines ganzen Straußes an Maßnahmen, die im kommenden Jahrzehnt verwirklicht werden sollen. So soll unter anderem die S2 nach Bernau künftig im Zehn-Minuten-Takt fahren.
Eigentlich sollten die Pläne schon im April im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt werden. Sie fiel aufgrund der Corona-Pandemie aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, heißt es aus der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Dort hat man die Informationen nun online veröffentlicht. "Wir stellen den aktuellen Planungs- und Wissensstand in aller Ausführlichkeit im Netz zur Verfügung und bieten so einen transparenten Einblick in unsere Arbeit", erklärt Ingmar Streese, Staatssekretär für Verkehr. Mit dem Angebot wolle man offene Fragen beantworten und den Diskurs über den bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur mit der Stadtgesellschaft fortsetzen.
Die nun dargestellten Verkehrsprojekte haben eine lange Vorlaufzeit. Viele sind Teil der des "ÖPNV-Konzepts 2030". Bei manchen muss auch erst einmal die Machbarkeit geklärt werden. Beispielsweise wird derzeit die Verlängerung der S75 von Wartenberg zum Karower Kreuz untersucht. Darüber hinaus sind neue S-Bahnhöfe in Malchow Nord und an der Sellheimbrücke vorgesehen. In Zusammenhang mit den Planungen für eine S-Bahn-Werkstatt in Buchholz wird auch der Bau des schon früher angedachten S-Bahnhofes an der Bucher Straße vorbereitet. Er könnte neben seiner Funktion als betrieblicher Bahnhof auch eine Erschließung des geplanten Gewerbegebiets Buchholz Nord ermöglichen und Anwohner anbinden. Zudem wird ein weiterer Bahnhof an der Schönerlinder Straße geprüft.
Was als gesichert gilt ist, dass alle Züge der S2 künftig mit acht Wagen unterwegs sind. Für die Ausschreibung der neuen Züge hat der Senat gerade grünes Licht gegeben.
Am Karower Kreuz entsteht derzeit ein Umsteigebahnhof zwischen S-Bahn und Regionalbahn. Damit ergeben sich direkte Verbindungen nach Templin, Oranienburg, Eberswalde, Lichtenberg, Schöneweide, Flughafen BER, Wünsdorf und Ludwigsfelde.
Auch die Erreichbarkeit einiger Wohngebiete in Karow und Blankenburg soll sich damit verbessern. Die Heidekrautbahn nach Basdorf und Wandlitz, die aktuell noch am S-Bahnhof Karow stoppt, wird ebenfalls am Karower Kreuz halten, heißt es auf der Webseite. Damit würden wiederum am S-Bahnhof Karow neue Kapazitäten frei, um den S-Bahn-Verkehr dort zu verdichten.
Für den Anschluss von Berlins größtem Neubaugebiet hat sich der Senat nun gegen einen U-Bahn-Ausbau und die Idee einer Seilbahn-Verbindung und stattdessen für die Verlängerung der Straßenbahnlinie M2 entschieden.  Die Trasse soll ab 2025 von der derzeitigen Endhaltestelle Pankow-Heinersdorf um rund vier Kilometer und neun Haltestellen bis zum S-Bahnhof Blankenburg verlängert werden. So können die neuen Bewohner des Blankenfelder Südens mit der Tram bis zum Alex durchfahren.
"Leider wurde in den letzten Jahrzehnten viel versäumt, was den Ausbau des bestehenden Verkehrsnetzes in Pankow anbelangt", sagt Staatssekretär Streese. "Diese Defizite wollen wir beseitigen und mit einer nachhaltigen, modernen Verkehrs- und Mobilitätsplanung eine bedarfsgerechte Infrastruktur für heute, morgen und übermorgen schaffen."
Mehr Infos unter www.berlin.de/verkehr-pankower-osten

Mit dem Rad von Karow bis nach Mitte


Der Panke-Trail soll den Bezirk Mitte mit dem S-Bahnhof Karow im Nordosten der Stadt verbinden. Die Strecke ist eine von elf Radschnellverbindungen, die für Berlin angedacht sind. Auf drei Meter breiten, asphaltierten und beleuchteten Spuren mit wenigen Querungen oder Stopps haben Radfahrer Vorfahrt. Der 18 Kilometer lange Panke-Trail in Richtung Innenstadt soll sich aufgabeln: Eine Teilstrecke soll zum Nordbahnhof führen, eine andere zum Schönhauser Tor, eine weitere zum Alexanderplatz. Für die Radschnellverbindung im Pankower Osten wird derzeit die Machbarkeitsstudie ausgearbeitet und eine Verlängerung nach Buch geprüft. Die etwa zweijährige Bauphase könnte nach derzeitigem Stand 2024 beginnen. neu