Kostenlose Checks
Für Mitglieder des Automobilclubs ist das Testen der Bremsen, Stoßdämpfer und eine Spurschnellvermessung kostenlos, für Nicht-Mitglieder lediglich die Prüfung der Bremsen und weitere Serviceleistungen können kostenpflichtig überprüft werden – wie der Funktionstest der Klimaanlage. Kurt Schober ist Mitglied und lässt das Grundprogramm testen. Schneider, der Kfz-Mechatroniker ist, führt deswegen zunächst den Stoßdämpfer-Test durch. Das Servicemobil, das einem großen Anhänger ähnelt, vibriert. Sonst sei so ein Test in Werkstätten immer nur optisch möglich, erklärt Schneiders Kollege Marc Viola, ein Kfz-Meister. In den vergangenen Tagen hätten sie um die 100 Autos auf diversen Parkplätzen in Berlin getestet. Das Programm werde gut angenommen. "Fast alle Autofahrer sind mittlerweile Mitglied", meint Schneider. 99 Prozent ihrer Kundschaft seien Mitglieder, die das kostenlose Prüfangebot in Anspruch nehmen.
In der Regel bedarf es keiner Voranmeldung, die Standorte des Prüf- und Servicemobils variieren alle paar Tage und der Andrang verteile sich gut über den jeweiligen Tag. "Es gibt zwei feste Programme, einmal das Sommer- und dann das Winterprogramm", erklärt Viola. Von Oktober bis März liegt der kostenfreie Fokus auf Beleuchtung, Frostschutz und Batterietest. Ein immer wiederkehrendes Problem sei das Thema Reifen. "Durchschnittlich oft stellen wir fest, dass viele Probleme mit diesen haben", sagt Viola. Er sieht die heißen Sommer als Ursache und den Umstand, dass immer mehr Menschen mit Ganzjahresreifen unterwegs sind.
Neben dem Fahrzeugcheck steht auch ein Mitarbeiter zur Verfügung, der zum ADAC informiert. An diesem Tag steht Wolfgang Bürger etwas abseits. Schon seit zehn Jahren arbeite er für den Club, sei zuständig für Beratung und Information. "Meine Intention ist es, meinen Lebensabend sinnvoll zu gestalten", berichtet der Pensionär. Die Aufgabe gebe ihm Struktur für den Alltag, er könne mit Menschen interagieren. Für ihn sei das Testangebot nicht kommerziell: "Die Kfz-Meister können die Wahrheit sagen, die müssen nichts verkaufen", sagt Bürger. Wenn Schwerwiegendes gefunden werde, wird ein Besuch in der Werkstatt immer empfohlen.  "Wir sind daran interessiert, präventiv zu arbeiten." Es ginge schließlich um die Sicherheit im Straßenverkehr.
Info: Aktuelle Termine und Standorte gibt es online unter www.adac.de/bbr-pruefmobil.

Unfallstatistik

2019 erfasste die Polizei laut Statistischem Bundesamt 2 685 661 Unfälle in Deutschland, von denen 300 143 Unfälle mit Personenschäden waren. 384 230 Menschen wurden verletzt, 3046 kamen zu Tode. Ein Großteil dieser Unfälle wird durch das Fehlverhalten der Fahrzeugführer verursacht. Technische Mängel an Fahrzeugen waren lediglich die Ursache für 3608 Unfälle mit Personenschaden: fast ein Drittel durch Mängel an der Bereifung, 688 an Bremsen und 544 an der Beleuchtung. Das Bundesamt veröffentlicht zudem jedes Jahr einen interaktiven Unfallatlas, in dem je nach Bundesland Unfallhäufigkeiten sowie Daten zu Unfallstellen und verwickelten Personen und Fahrzeugen zusammenstellt werden. Mehr unter www.destatis.de. jw