Entlang der Autobahn 12 wurde der Wald durchsucht, auch am und im Herzberger See, 60 Kilometer südöstlich von Berlin, war nach Hinweisen gesucht worden. Umsonst. Jetzt hat die Familie von Rebecca der Staatsanwaltschaft in Berlin ein Foto übergeben, das Ähnlichkeiten mit Rebecca aufweisen soll.

Ist die blonde Frau auf dem Foto Rebecca?

"Die Familie der Verschwundenen hat eine Bild-Datei zur Verfügung gestellt mit der Bitte, ein anthropologisches Identitätsgutachten erstellen zu lassen", bestätigte Staatsanwältin Mona Lorenz am Donnerstag. Vorher hatten mehrere Boulevardzeitungen darüber berichtet und ein Foto veröffentlicht, auf dem eine blonde junge Frau zu sehen ist, die ein Weinglas in der Hand hält. Das Gesicht ist gepixelt. Angeblich sieht es der vermissten Rebecca zum Verwechseln ähnlich. Der Familie wurde das Foto von einer anonymen Quelle zugeschickt.
Die Berliner Staatsanwaltschaft ist skeptisch. Derzeit werde geprüft, ob ein Gutachten "ermittlungsfördernd und sinnvoll" sei. Dies hänge von vielen Faktoren ab. Bei dem vorliegenden Foto müssten die biometrischen Übereinstimmungsmerkmale verglichen werden. "Wir wissen noch gar nicht, ob sich das Foto überhaupt dazu eignet", erklärte Staatsanwältin Mona Lorenz auf Nachfrage. "Wir kennen die Quelle nicht. Und wir wissen nicht, wie alt das Bild ist", erläuterte sie. Das müsse jetzt alles ermittelt werden. Wie lange das dauert, darüber könne momentan wegen der Vielzahl der zu berücksichtigenden Faktoren keine zeitliche Prognose gestellt werden.

Ermittler glauben, dass die Vermisste tot ist

Die Ermittler haben die Suche nach Rebecca noch nicht aufgegeben, allerdings glauben sie nicht daran, sie lebend zu finden. Das Mädchen verschwand am 18. Februar 2019. Die Polizei verdächtigt den Schwager der jungen Frau, weil sie sich zuletzt in dessen Haus in Berlin-Neukölln aufgehalten haben soll.
Die Gegend südöstlich von der Hauptstadt war schon im Frühjahr 2019 im Fokus der Polizei, weil der verdächtige Schwager auf der A 12 in Richtung Frankfurt (Oder) am Tag ihres Verschwindens und am Abend danach unterwegs gewesen sein soll. Sein Auto war mehrfach automatisch erfasst worden. Der Mann kam auch in Untersuchungshaft, wurde aus Mangel an Beweisen aber wieder freigelassen.
Medienwirksam wurde nach Rebecca gesucht. In Kummersdorf nahe Storkow durchkämmten noch im September 2019 insgesamt 60 Einsatzkräfte und Hunde ein Waldstück. Auch mehrere private Initiativen machten sich immer wieder auf den Weg. Selbst Wahrsager wurden bemüht.

Die Polizei hat Akte noch nicht geschlossen

Bei der Polizei gingen mehr als 2300 Hinweise ein. Und auch wenn die aktive Suche eingestellt wurde, ist die Akte Rebecca nicht geschlossen, erklärte die Berliner Staatsanwältin am Donnerstag: "Jedem sinnvollen Hinweis gehen wir nach." Es gebe jedoch keine konkreten Spuren. Aber eben auch keine Leiche.
Zuletzt hatte es ominöse Nachrichten im Ausland gegeben. Im Internet tauchte ein Social-Media-Profil mit dem Namen des Mädchens auf. Doch es erwies sich nach Medienberichten als Fake-Account. Die Familie hofft jedoch weiter. Den Schwager entlasten die Angehörigen. In das Foto setzen sie große Hoffnung. Die Bild-Zeitung hat nach eigenen Angaben mit spezieller Software einen Test gemacht. Demnach soll die Wahrscheinlichkeit bei 70 Prozent liegen.