Weil er eine Seniorin attackiert und auf die Fahrbahn gestoßen haben soll, muss sich ein 39-Jähriger vor dem Berliner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Totschlag aus. Der Fahrer eines herannahenden Autos habe nur durch eine Gefahrenbremsung eine Kollision mit der gestürzten Frau verhindern können.
Der 39-Jährige hat am Dienstag zu Prozessbeginn den Angriff zugegeben und um Entschuldigung gebeten. Bei dem Geschehen im Dezember 2020 im Berlin-Altglienicke sei er psychotisch gewesen und habe nicht auf Fahrzeuge geachtet, erklärte der Beschuldigte. „Es tut mir sehr leid, zum Glück wurde die Frau nicht überfahren.“
Die 79 Jahre alte Seniorin sagte als Zeugin, der ihr unbekannte Mann habe plötzlich vor ihr gestanden. Nach Beschimpfungen habe er sie „mit großer Gewalt auf die Straße geschmissen“. Sie sei auf die Fahrbahn gestürzt. An der gesamten rechten Körperhälfte habe sie Prellungen und Abschürfungen erlitten. Warum der Mann ausgerechnet sie attackierte, könne sie sich nicht erklären. Als er auf sie zukam, habe sie gedacht, er wolle eine Frage stellen.

Einweisung in psychatrisches Krankenhaus?

Der 36-jährige Autofahrer schilderte im Prozess, er habe gesehen, „wie eine Frau auf einmal auf die Straße fliegt“. Er habe sofort gebremst. „Ich musste in den Gegenverkehr ausweichen, um eine Kollision zu verhindern.“ Er und ein weiterer Autofahrer hätten den mutmaßlichen Angreifer verfolgt und gestellt.
Die Staatsanwaltschaft strebt die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Er sei wegen einer Erkrankung bei der Begehung der Tat vermutlich nicht schuldfähig gewesen. Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt.