Damit ließe sich der Große Müggelsee in Berlin mehr als sechsmal auffüllen. Die Menge liege in etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre, sagte Simon. „Diese Zahlen haben auch mit der Klimaentwicklung zu tun.“ So waren im Jahr 2017 rund 205 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkauft worden. Im Jahr später sei die Menge erstmals deutlich gestiegen.
Das Unternehmen konnte seinen Bilanzgewinn, der an das Land Berlin abgeführt wird, von 113 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 191,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr steigern. „Wir sind bisher gut durch die Pandemie gekommen“, sagte Simon. Für die Verbraucher bedeutet das: Stabile Preise bis mindestens 2023. Seit 2014 liegt der Wassertarif in der Hauptstadt bei knappen 1,7 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser.
Die Wasserversorgung ist aufgrund der hohen Trockenheit indes nicht gefährdet, auch wenn das System langfristig stabiler werden müsse, sagte Simon. Zwar sinke der Grundwasserspiegel aufgrund des geringen Niederschlags. Doch die Versorgung in Berlin werde lediglich zu rund 30 Prozent aus dem Grundwasser gedeckt. Der Rest stamme aus den Flüssen, deren Wasser über Brunnen abgepumpt werde.

Welche Rolle spielt Corona beim Thema Wasser?

Schon im vergangenen Jahr hatten die Wasserbetriebe in Kooperation mit verschiedenen Institutionen versucht, Erkenntnisse über die Ausbreitung des Coronavirus auf Basis von Abwasseruntersuchungen zu gewinnen. Konkrete Aussagen könnten bislang aber nicht getroffen werden, sagte Simon. Die Messergebnisse seien nur sehr langsam zurückgekommen. Nun will das Unternehmen das Thema mit eigenen Partnerlaboren vorantreiben. Derzeit würden Proben unter anderem an elf Pumpwerken entnommen, die das Abwasser ans Klärwerk Ruhleben weiterleiteten.