Zschoche, der am Freitag 82 Jahre alt wird und für sein künstlerisches Lebenswerk geehrt wurde, gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Filmemachern in der DDR. Seine Kinder- und Jugendfilme sowie seine kritischen Gegenwartsdramen wie "Karla", "Liebe mit 16", "Sieben Sommersprossen", "Bürgschaft für ein Jahr" sowie "Und nächstes Jahr am Balaton" haben ganze Generationen bewegt.
Die von Kritiker Knut Elstermann moderierte Gala präsentierte sich als großes Defa-Familientreffen der Regisseure, Schauspieler und Kritiker. Das Jubiläum war zudem Anlass für viele Rückblicke. Dokumentarfilmer Winfried Junge ("Die Kinder von Golzow") etwa erinnerte sich an die Anfangsjahre, als er mit Zschoche, der sich für das Spielfilmmetier entschieden hatte, erste Erfahrungen sammelte: "Ich hatte einen Pitty-Motorroller. Und Herrmann, der aus Dresden kam, hatte sich eine 16-Millimeter-Kamera besorgt, mit der er kleine Beiträge für die "Aktuelle Kamera' drehte. So sind wir zusammen durch die DDR gefahren - zu Themen wie Kindergarten-Einweihungen, Frühling in Berlin und ähnlichen."
Das Publikum freute sich ebenso über ein Wiedersehen mit Schauspielern der Zschoche-Filme, darunter Jutta Hoffmann ("Karla"), Kareen Schröter  ("Sieben Sommersprossen") und Herbert Köfer ("Liebe mit 16"), sowie mit Musikern wie Veronika Fischer ("Liebe mit 16"), Peter Gotthardt sowie Günther Fischer ("Glück im Hinterhaus", "Die Alleinseglerin").
Erika und Ulrich Gregor wurden als Mitbegründer der "Freunde der deutschen Kinemathek", des Kinos "Arsenal" sowie des "Internationalen Forums des Jungen Films" der Berlinale geehrt. Ulrich Gregor schilderte auf amüsante Weise seine ersten Begegnungen mit dem DDR-Filmschaffen. Wegen der "Kinder von Golzow" habe man zeitweise das Berlinale-Forum des Jungen Films schon in "Forum der Junge-Filme" umgetauft.
Defa-Stiftungsvorstand Ralf Schenk nutzte die Preisverleihung für ein leidenschaftliches Plädoyer zur Digitalisierung des Filmerbes. In naher Zukunft werden 35-mm-Kopien von Defa-Filmen aus dem Alltag verschwinden. Damit die Defa-Produktionen aber weiterhin präsent bleiben und in modernen Medien, zum Beispiel in Onlineportalen, verfügbar sind, müssen die alten Filmmaterialien aufwendig bearbeitet und digitalisiert werden. Der Filmstock umfasst rund 12 000 Filme.