Ein gestörtes Bahn-Netz, gestrichene Züge, liegengebliebene Autos: Tief „Tristan“ ist auch am Montag über Berlin gezogen. Schneetreiben und Eis legten den Verkehr in der Stadt und Umgebung teilweise lahm, der Wintereinbruch machte der S-Bahn zu schaffen. Nachdem am Morgen trotz klirrender Kälte nur vereinzelt Probleme gemeldet worden waren, kam es im Laufe des Tages zu Störungen bei Infrastruktur und Fahrzeugen. Dadurch gab es Verspätungen und Ausfälle, wie die S-Bahn mitteilte.
Auch auf den Straßen herrschte oft Stillstand, auf der Stadtautobahn ging es teilweise nur im Schneckentempo vorwärts, wie ein Sprecher der Verkehrsinformationszentrale sagte. Der Tunnel auf der A111 hinter dem früheren Flughafen Tegel musste zeitweise gesperrt werden. Auf der Autobahn A115 in Richtung Berlin legte sich ein Lastwagen quer auf die Fahrbahn. Viele Autos blieben im Schnee liegen. In der Berliner Mitte sorgten derweil die anhaltenden Proteste von Landwirten mit ihren Treckern für stockenden Verkehr. Die BVG musste Busse umleiten.

Keine Auswirkung auf die Impfzentren

Trotz des Winterwetters auch in den kommenden Tagen sollen die Corona-Impfungen wie geplant weitergehen. Es seien keine Auswirkungen der Minustemperaturen und Schneefälle auf die Arbeit in den drei Impfzentren bekannt, sagte Sprecherin Regina Kneiding. Täglich sollen etwa 3000 Menschen geimpft werden. Am Mittwoch soll auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel ein viertes Impfzentrum dazukommen.

S-Bahn stark von Schnee betroffen

Bei der S-Bahn gab es Einschränkungen auf den Linien 2 zwischen Buch und Potsdamer Platz sowie der S3 zwischen Erkner und Warschauer Straße. Hier verkehrten die Züge im 10-Minuten-Takt. Bei der Linie 8 verkehrten die Züge nur zwischen Birkenwerder und Schöneweide. Bei der Linie 85 kam es zu vereinzelten Zugausfällen.
Einschränkungen gab es weiterhin im Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Die Fernverkehrszüge von Berlin in Richtung Hannover/Köln und München fielen aus. Eingeschränkt lief der Bahnverkehr zwischen Berlin, Erfurt und Frankfurt. Auch die Linien von DB Regio Nordost im Süden Brandenburgs sowie in Richtung Sachsen-Anhalt und Sachsen waren von Verspätungen betroffen.

BER steht vor Herausforderung

Die erste winterliche Bewährungsprobe gab es für den Hauptstadt-Flughafen BER. Wie am Sonntag waren auch am Montag die Räumungsfahrzeuge auf einer Fläche von 350 Hektar auf der nördlichen Start- und Landebahn sowie auf Rollwegen und dem Vorfeld im Einsatz. Bei den für Montag geplanten 80 Starts und Landungen gebe es nur vereinzelt Verspätungen, sagte eine Flughafensprecherin.
Die Temperaturen in Berlin und Brandenburg sollen in den kommenden Tagen weiter unter dem Gefrierpunkt bleiben. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, werden aber Schneefall und Wind allmählich nachlassen. Am Mittwoch soll tagsüber meist kein Schnee mehr fallen. An beiden Tagen liegen die Temperaturen zwischen minus fünf und minus acht Grad.
Hier gelangen Sie zur Übersicht über das Schnee-Chaos in Brandenburg und Berlin.