Der ehemalige Präsident der Hertie School, Henrik Enderlein, ist tot. Der Wirtschafts- und Politikwissenschaftler starb im Alter von 46 Jahren, wie die private Hochschule in Berlin mitteilte. Anfang des Jahres hatte sich Enderlein wegen einer Krebserkrankung von der Leitung zurückgezogen.
Nach seinem Studium der Politik- und Wirtschaftswissenschaften war er unter anderem bei der Europäischen Zentralbank und als Juniorprofessor an der Freien Universität Berlin tätig. Seit 2005 arbeitete er an der Hertie School of Governance. 2018 wurde Enderlein, der Mitglied der SPD war, deren Präsident.

„Europäer par excellence“

„Professor Enderlein war eine inspirierende und visionäre Führungspersönlichkeit, maßgeblich an der Gründung und Entwicklung der Hertie School beteiligt“, erklärte die Hochschule. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans erklärte: „Sein viel zu früher Tod ist ein großer Verlust. Henrik Enderlein hat den ökonomischen Diskurs sehr bereichert.“
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte am Samstag mit, Enderlein sei „ein Europäer par excellence“ mit ansteckender Überzeugungskraft und analytischem Scharfsinn gewesen. Er habe sich um die deutsch-französische Freundschaft verdient gemacht. Sein viel zu früher Tod reiße eine große Lücke.