Manege frei, hieß es am Donnerstagabend für den Roncalli Weihnachtszirkus, der es diesmal, außer mit der atemberaubenden Sturz-Nummer, in seinem ersten Showteil etwas gemächlicher angehen lässt. Entschleunigung scheint die Devise, wenn gleich zu Beginn ein junger Bayer über unzählige Flaschen eines Uhr-Kreises balanciert. Auch die Nummer, bei der Zirkusdirektor Bernhard Paul nach zehn Jahren selbst als Clown Zippo in die Manege steigt, ist etwas zu lang geraten, um die Aufmerksamkeit der jüngeren Zuschauer zu halten.
Doch nach der Pause wird es rasant. Artisten schlagen Salti auf einem überlebensgroßen Teufelsrad. Dressierte Shetland-Ponys in allen Größen ziehen ebenfalls ihre Kreise in der Manege. Ein Mann vollführt Bungee-Sprünge, nachdem er sich selbst ohne Gebrauch der Hände in Sekundenschnelle am rettenden Seil selbst verknotet hat.
Höhepunkt ist aber der Schweizer Komiker Claude Criblez. Mit viel Wortwitz lässt er seine selbstgebauten Zeppeline über die Köpfe der Zuschauer gleiten. Diesmal hat er einen Fisch dabei, der nicht immer das macht, was sein Meister will. Das etwas träge Tier soll durch Rauchringe fliegen, die Criblez in die Arena bläst. Das ist so lustig anzuschauen, dass die Premierengäste vor Lachen fast von den Stühlen kippten.
Bis 6. Januar im Tempodrom. Tickets unter Tel. 030/47 99 74 77 und unter www.semmel.de.