Der Bestand an Sozialwohnungen ist in Berlin und in Brandenburg im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.
In der Hauptstand unterlagen Ende 2019 rund 95 700 Wohnungen der sogenannten Sozialbindung und damit etwa 20 000 weniger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linke-Bundestagsabgeordneten Caren Lay hervorgeht. In Brandenburg ging die Zahl der Sozialwohnungen im selben Zeitraum um rund 4000 auf 24 850 zurück.
Bei Sozialwohnungen sind die Mieten staatlich reguliert. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen. Allerdings fallen Wohnungen nach einer bestimmten Zeit aus der „Bindung“ und können normal am Markt vermietet werden. Da nicht im gleichen Umfang neue Sozialwohnungen gebaut werden, sinkt die Gesamtzahl - auch bundesweit.
Der Bau von Sozialwohnungen wird staatlich gefördert. Doch ging die Zahl der geförderten Wohnungen besonders in Berlin im vergangenen Jahr deutlich zurück. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen von Mitte Juni wurden 2019 lediglich 1778 Förderanträge bewilligt. Das entspreche einem Rückgang von rund 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hieß es damals in einem Bericht des Bundesinnenministeriums.
„Der Bestand der Sozialwohnungen befindet sich auf einem historischen Tiefstand, obwohl Sozialwohnungen gerade angesichts der Mietenexplosion in den Großstädten wichtiger denn je wären“, beklagte Lay. „Die Kürzung der Bundesförderung für den sozialen Wohnungsbau auf nur eine Milliarde Euro für das gesamte Bundesgebiet im aktuellen Haushaltsjahr ist unverantwortlich und muss schnellstmöglich korrigiert werden!“ Sie forderte eine Förderung von jährlich zehn Milliarden Euro.