• Hamburg hat als erstes Bundesland die 2G-Regel optional für Veranstalter und Gastronomen eingeführt
  • Auch in Brandenburg könnte bald eine solche Regelung gelten
  • Was bedeutet die 2G-Regel für Ungeimpfte?

2G-Regel in Brandenburg soll kommen - was folgt daraus für Ungeimpfte und Kinder?

Als Messlatte zur Beurteilung der Pandemielage will die Landesregierung künftig die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern einführen. Die landesweite Zahl der im Krankenhaus aufgenommenen Corona-Patienten (Hospitalisierung) soll die Sieben-Tage-Inzidenzen der Landkreise und kreisfreien Städte als Leitmaß für Regeln ablösen. Das Kabinett wird voraussichtlich kommenden Dienstag eine neue Corona-Verordnung beschließen.
Im Entwurf der dritten Sars-CoV-2-Umgangsverordnung, der der dpa vorliegt, erwägt die Landesregierung auch die landesweite Einführung der sogenannten 2G-Regelung für den Zugang zu bestimmten Innenräumen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Wie aus dem Entwurf hervorgeht, soll es mit diesem Modell Veranstaltern und Einrichtungen ermöglicht werden, ausschließlich Geimpften oder Genesenen und Kindern bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr Zutritt zu gewähren. Dafür entfielen einzelne Vorgaben zum Infektionsschutz. Die Verantwortlichen müssen auf der Grundlage eines Hygienekonzepts aber sicherstellen, dass Personen einen Impfnachweis vorlegten oder aber einen Nachweis, dass sie genesen sind, wie es in dem Papier heißt. Betreiber und Veranstalter, die die 2G-Regelung anwenden wollen, müssen dies an die Gesundheitsämter melden.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann hatte vorgeschlagen, die Regelung von Berlin für Clubs auf Brandenburg zu übertragen. In Berlin hatte das Verwaltungsgericht ein generelles Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen gekippt. Der Senat erlaubte Clubs und Diskotheken, für Geimpfte und Genesene wieder zu öffnen. Die Gäste müssen in Innenräumen dort keine Masken mehr tragen. In Hamburg können Veranstalter und Wirte selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie Tests akzeptieren. „Wir sind der Auffassung, dass man diese Option auch in Brandenburg einführen sollte“, sagte Redmann. Die Betreiber sollten mehr Entscheidungsmöglichkeiten bekommen.

Corona Brandenburg: 2G-Regel dürfte zu weniger Beschränkungen führen

Grünen-Fraktionschefin Petra Budke sagte, es könne für die ganze Kultur- und Veranstaltungsbranche möglicherweise sinnvoll sein, zu einer 2G-Regelung für Geimpfte und Genesene zu kommen, weil dann viele Beschränkungen für Besucherinnen und Besucher wegfielen.

Corona-Test: Schärfere Regeln für Fußball, Kinos und Volksfeste

Brandenburg verschärft ab diesem Montag die Corona-Testpflicht für Volksfeste und Fußballspiele im Freien sowie Open-Air-Kinos, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über 20 liegt. Das war am Sonntag - außer in Frankfurt (Oder) - in allen Landkreisen und kreisfreien Städten der Fall. Die Brandenburgerinnen und Brandenburger müssen sich nun schon testen lassen, wenn die Besucherzahl bei über 500 liegt und nicht erst bei über 750 - falls man noch nicht geimpft oder genesen ist. Für Vereinssitzungen oder ähnliche Veranstaltungen in Innenräumen ohne Unterhaltungscharakter halbiert sich ab dann die Grenze für eine Testpflicht von über 200 auf über 100.

Neue Corona-Regeln in Brandenburg: Das ist geplant

Die Corona-Regeln sollen sich nach Angaben des Ministeriums künftig an diesen Punkten orientieren:
  • an den neuen Corona-Patienten im Krankenhaus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Hospitalisierungsrate),
  • den neuen Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz),
  • den landesweit verfügbaren Intensivbetten und ihrer Auslastung
  • sowie an der Zahl geimpfter Menschen.

Was die die 2G-Regel für Geimpfte, Genesene und Getestete bedeutet

Von der 3G-Regel ist bereits seit längerer Zeit die Rede. Die drei „G“ stehen dabei für geimpft, genesen, getestet. Das bezieht sich darauf, dass diesen Gruppen etwa der Zutritt zu Gastronomie und Veranstaltungen gewährt wird. Unter „2G“ versteht man währenddessen nur „geimpft oder genesen“: Das bedeutet, dass Ungeimpfte bei der 2G-Regel ausgeschlossen sind. Selbst mit einem negativen Corona-Test (“getestet“) würden sie im Rahmen der 2G-Regelung an bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens nicht teilhaben können.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält das in Hamburg eingeführte 2G-Option für Geimpfte und Genesene für diskussionswürdig. Bund und Länder hätten sich zwar auf das 3G-Modell, also die gleiche Behandlung von Geimpften, Genesenen und Getesteten verständigt, sagte Spahn im „Abendblatt“-Podcast. „Ich finde aber den Ansatz des Hamburger Senats auch nicht so unklug, zu sagen: 3G gilt grundsätzlich, aber bei 2G kann man auf bestimmte Schutzmaßnahmen verzichten.“

2G-Regel: Kann ein neuer Lockdown vermieden werden?

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach striktere Corona-Maßnahmen ab Herbst gefordert. „Wenn die Zahlen weiter so steigen, müssen wir vermehrt 2G einführen - je früher, desto besser", sagte er dem Portal "Business Insider" mit Bezug auf Geimpfte oder Genesene. Nur so sei es möglich, die Infektionskurve zu senken.
„Einen weiteren Lockdown halte ich nicht für notwendig", sagte Lauterbach weiter. „Die einzige Frage ist, wann und wo kommt 2G. Anders kriegt man die Zahlen nicht nach unten." Besonders bei Clubs, Restaurants und Kneipen müssten die Vorgaben strenger werden.