Auf der Internet-Plattform „Stop The Bomb“ wird ihm vorgeworfen, persönlich für Verbrechen in Kurdistan und West-Aserbaidschan verantwortlich zu sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hatte ebenfalls die Absage der Veranstaltung gefordert und kritisiert, dass „ausgerechnet der Repräsentant eines menschenverachtenden Regimes eingeladen wird, das Hunderte von Schriftstellern, Journalisten und Künstlern verhaftet und misshandelt hat“. „Wir haben von den persönlichen Vorwürfen gegen den Botschafter nicht gewusst“, sagte Jörg Kronsbein, Sprecher der Stiftung Neuhardenberg, gestern. Die Podiumsdiskussion sei abgesagt worden, um das Ansehen Rüdiger Safranskis und der Stiftung nicht zu beschädigen. Außerdem habe angesichts der vehementen Vorwürfe nicht sichergestellt werden können, dass das Podiumsgespräch „störungsfrei und mit der gebotenen Sicherheit für die Podiumsgäste und das Publikum“ durchgeführt werden könne.
Wie jetzt in Neuhardenberg mussten in der Vergangenheit diverse Veranstaltungen mit Attar abgesagt werden: Sowohl die Heinrich-Böll-Stiftung als auch die Berliner Königin-Luise-Stiftung luden Attar nach massiven Protesten wieder aus. Neben der Podiumsdiskussion ist auch das im Anschluss geplante Konzert des deutsch-persischen Quartetts „Cyminology“ in der Schinkel-Kirche abgesagt worden. Bereits gekaufte Eintrittskarten für beide Veranstaltungen werden nach Angaben der Organisatoren zurückgenommen und erstattet.