Einsamkeit und Langeweile zu Corona-Zeiten haben auch dazu geführt, dass die Nachfrage nach Telefon- und Online-Sex-Angeboten gestiegen ist. Die Website Pornhub etwa verzeichnet seit März nach eigenen Angaben deutlich mehr Zugriffe.
Doch dieses Bedürfnis nutzen auch Betrüger aus, "deren Masche es aber schon seit Jahren gibt", wie Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg berichtet. Unter erfundenen Firmennamen wie Tele­smart, Telestar, Mexcom oder Comera flattern Verbrauchern derzeit Rechnungen für angeblich in Anspruch genommene Sex-Hotline-Dienste ins Haus.
"Man wird aufgefordert, 90 Euro per Einschreiben an eine Adresse oder per Überweisung auf ein Konto zu überweisen, die sich meist in Tschechien, manchmal auch in Slowenien  befinden", erläutert  Scherer. Oft kommt später noch eine Mahnung in Höhe von 140 Euro. Die Rechnung ist für "Service für besondere sexuelle Ansprüche" oder "Service für Erwachsene" ausgestellt.

Dringender Rat: Nicht zahlen!

"Einige Personen, die sich ratsuchend an die Verbraucherzentrale wandten, gaben an, dass sie auf einen sogenannten Ping-Anruf reagiert hatten, bei dem das Handy oder Telefon nur kurz klingelt und man selbst zurückrufen muss", sagt Scherer. "Andere wurden per Telefon nach ihrer Adresse gefragt, weil angeblich ein Brief oder Paket nicht zugestellt werden konnte." Nur ein Mann gab an, dass im Hintergrund "maximal ein Stöhnen zu vernehmen" war.
Der Rat könne deshalb nur lauten: Auf keinen Fall bezahlen und den Vorgang am besten auch der Polizei melden. "Die Masche der Betrüger besteht ganz einfach darin, die Scham ihrer Opfer etwa gegenüber Partnern auszunutzen", sagt Michèle Scherer. Wenn das Geld überwiesen wurde, sei es verloren, "denn eine reale Firma, die wir abmahnen könnten, existiert ja gar nicht".