Um die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter einzudämmen, zahlt das Brandenburger Landwirtschaftsministerium jetzt Abgabeprämien für erlegte Wildschweine aus den Pufferzonen der ASP-Gebiete.
Für Wildschweine mit einem Gewicht bis 30 Kilogramm aus der Pufferzone gebe es von der obersten Jagdbehörde eine Abgabeprämie von 30 Euro, ab 30 Kilogramm seien es 50 Euro, teilte das Ministerium am Montag mit. Die bereits bestehende Erlegungsprämie von 50 Euro pro Wildschwein bleibe weiter bestehen.
Künftig soll es diese Prämie auch für Wildschweine geben, die in den ASP-gefährdeten Gebieten (außer weiße Zone) geschossen werden. Dort ist die Jagd derzeit allerdings noch strikt untersagt.
Grund für die Unterstützung durch das Ministerium sei die Schwierigkeit, Wildschweinfleisch aus Schweinepest-Restriktionszonen zu vermarkten. Fleisch von in Pufferzonen erlegten Wildschweinen dürfe nur mit einem ASP-Negativtest in andere Bundesländer verbracht werden. Damit die Wildschweinpopulation dennoch sinke, zahlt das Ministerium nun diese zusätzliche Prämie.

Oder-Spree richtet zwei Wildsammelstellen ein

Der Landkreis Oder-Spree hat gemeinsam mit den Forstbetrieben zwei Wildsammelstellen eingerichtet. Ab sofort können nicht vermarktbare Wildschweine, die in den ASP-Pufferzonen geschossen werden, in der Landeswaldoberförsterei in Müllrose, Kirchsteig 3, abgegeben werden. Geöffnet ist die Annahme montags, mittwochs und freitags von 8 bis 10 Uhr. Montags und donnerstags öffnet die Sammelstelle im Forsthaus Beerenbusch 1 in Berkenbrück.

Alle abgegebenen Kadaver werden auf ASP getestet

Die abgegebenen Tierkadaver in den betroffenen Landkreisen werden auf die Seuche untersucht und anschließend beseitigt, etwa vom Unternehmen SecAnim GmbH in Sachsen-Anhalt. Es arbeitet im Auftrag unter anderem von Kommunen und Städten.
Dort werden die Kadaver bei 133 Grad Hitze und drei Bar Druck beseitigt, um sicherzustellen, dass keine Viren überleben. Am Ende bleiben dem Unternehmen zufolge Tiermehl und Fett übrig, beides wird ebenfalls vernichtet, damit das Material keinen Eingang in die Nahrungskette findet. Das Mehl wird verbrannt und als Alternativbrennstoff in Kraftwerken und der Zementindustrie genutzt. Das Tierfett wird als Vorprodukt für Biodiesel verwendet.

Weitere acht ASP-Fälle aus LOS

Die Zahl der bestätigten ASP-Fälle steigt dagegen weiter an. Das für die amtliche Feststellung der Seuche zuständige Friedrich-Loeffler-Institut hat am Montag acht weitere Funde infizierter Schweine in der LOS-Kernzone bestätigt. Es handelt sich dabei um drei Keiler im Alter von zwei bis fünf Jahren, vier in diesem Jahr geborene Frischlinge und einen so genannten Überläufer aus dem vergangenen Jahr. Bisher wurde die Afrikanische Schweinepest bei 141 Wildschweinen nachgewiesen.
Mehr zur Afrikanischen Schweinepest lesen Sie auf unserer Themenseite.