Der Sachverständige Roland Dengler zeigte anhand von Beispielen die Grenzen verschiedener Maßnahmen auf, darunter die in vielen Gemeinden praktizierte Kappung von Bäumen. Dann müsse der Baumschnitt regelmäßig – mindestens alle zwei Jahre – ausgeführt werden, um instabile Kronen zu vermeiden, sagte er. Langfristig gesehen, würde die Kappung jedoch zu einer Verkürzung der Lebensdauer führen. Deshalb sollte stets hinterfragt werden, was mit einzelnen Maßnahmen tatsächlich erreicht werden kann. Zum Baumschutz gehört aus seiner Sicht vor allem der Erhalt von Bodenstrukturen. Diese würden zum Beispiel weniger leiden, wenn bei Bauarbeiten Matten eingesetzt würden. Einfache Latten als Schutz bezeichnete Dengler als „Feigenblatt“.
Dass mitunter keine Chance zum Eingreifen bleibt, belegte Manfred Lehmann vom Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung mit seinem Vortrag über Schadorganismen. So zeigte er unter anderem nach Oderhochwassern abgestorbene Alleen. Sind Bäume einmal von Pilzen oder anderen Erregern befallen, sei eine gezielte Bekämpfung nicht mehr möglich. Erschwerend komme hinzu, dass durch die Globalisierung neue Schädlinge nach Europa vordringen und auch der Klimawandel die Ausbreitung meist begünstigt. Konsequenz sei, dass die Situation für die Praktiker noch unübersichtlicher wird.
Deshalb sei die Fortbildung zu diesen Themen wichtig, erklärte Meinhard Ott vom Landesverband Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. So sollen die Vorträge der Fachtagung, bei der erstmals Vertreter aus dem polnischen Nachbarkreis Gorzow über ihre Erfahrungen berichteten, wieder in einer Broschüre veröffentlicht werden. Ein Fazit der Veranstaltung war gestern, künftig noch stärker darüber nachzudenken, Abschnitte alter Alleen zugunsten von Neupflanzungen zu fällen.