Der 48-jährige Möller, der auch für den Landtag kandidiert, überraschte mit dem Eingangsstatement, wonach man "den Bürgern ehrlicherweise sagen müsse", dass das Land kaum mehr Geld als bisher für die Polizei aufbringen könne. Stattdessen forderte er stärkere Unterstützung vom Bund - ähnlich wie dies kürzlich bereits SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke getan hatte - und machte den Vorschlag, durch eine Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bundes- und Landespolizeien eine effektivere Bekämpfung der Schwerstkriminalität zu erreichen.
Auf Nachfrage erklärte Möller, dass die Kooperation mit den polnischen Behörden zwar notwendig sei, die deutsche Politik zunächst aber "ihre Hausaufgaben machen" müsse. Die häufigen Verweise von Ministerpräsident Woidke auf die Zusammenarbeit mit Polen seien nur ein Versuch, "das Problem auszulagern".
Während Frank Nickel beklagte, dass die untere Ebene der Landespolizei gegenüber den Bürgern die Mängel der Politik ausbaden müsse, erging sich Gauland in eher philosophischen Bemerkungen. Das Bild der Gesellschaft von der Polizei habe sich "negativ verschoben", der Streit um Namensschilder, die die Beamten tragen sollen, mache deutlich, "dass es ein tiefes Misstrauen gibt". Die Polizeireform des Landes mit den geplanten Stellenkürzungen sei nicht nach dem Motto: "Was brauchen wir?", sondern nach dem Motto: "Was können wir uns leisten?" erfolgt. Dies werde sich mit Hilfe der AfD ändern.
Kritisiert wurde zudem, dass ausgerechnet im Wahlkreis von Ministerpräsident Woidke - also in den Grenzstädten Forst und Guben - die Polizei jetzt um zwei Funkstreifenwagen verstärkt werden soll. Diese vom Chef der Polizeidirektion Süd verkündete Maßnahme hatte am Wochenende bereits der CDU-Landesvorsitzende und Oppositionsführer Michael Schierack als kurzfristige Aktion vor der Landtagswahl kritisiert.