Jeder fünfte Minderjährige in Brandenburg galt 2019 als armutsgefährdet. In der Gruppe der 18- bis unter 25-Jährigen war es sogar jeder vierte Brandenburger, wie das Sozialministerium in Potsdam auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion mitteilte.

Weniger als 1030 Euro im Monat

Als armutsgefährdet gilt nach EU-Standard, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Das waren im Berichtsjahr in Brandenburg bei einen Ein-Personen-Haushalt laut Statistikamt 1030 Euro im Monat.
Den Angaben zufolge waren im Berichtsjahr 15,2 Prozent aller Brandenburger armutsgefährdet. 2010 lag die Quote mit 16,3 Prozent noch geringfügig höher.

Je älter, je weniger gefährdet

Mit zunehmendem Alter gelten immer weniger Menschen als von Armut betroffen. In der Altersgruppe der 25- bis unter 50-Jährigen lag die Quote 2019 bei 14,6 Prozent, in der Gruppe ab 65 Jahren waren es 12,5 Prozent. Die Armutsgefährdung bei Männern betrug 15,2 Prozent, bei Frauen war sie mit 15,3 Prozent fast gleich hoch. 

Alleinerziehende und Erwerbslose

Entgegen dem allgemeinen Rückgang der Armutsquote nahm sie bei Alleinerziehenden mit Kindern von 40,9 Prozent auf 45,2 Prozent deutlich zu. Auch bei der Haushaltsgröße zwei Erwachsene mit drei oder mehr Kindern stieg sie von 26,9 im Jahr 2010 auf 32,7 Prozent in 2019.
Bei den Erwerbslosen nahm die Quote der Armutsgefährdung im selben Zeitraum von 64,1 Prozent auf 70,4 Prozent zu. Rentner und Pensionäre waren ebenfalls stärker von Armut bedroht. In dieser Gruppe stiegen die Quoten im Berichtszeitraum von 12,3 auf 14,4 Prozent.